September 2009
Die Kanye West / Talyor Swift Fehde
Wenn Kanye West nicht gerade eingängige und kontroverse Musik macht, dann ist er entschlossen uns zu unterhalten und nie zu langweilen. West lebt von seinen spontanen Reden und das beste Beispiel waren die MTV Video Music Awards 2009, als er Taylor Swift das Rampenlicht klaute. Swift gewann in der Kategorie bestes weibliches Musikvideo, doch zu ihrer Dankesrede kam sie nicht wirklich. Kanye West nahm Swift das Mikrofon kurzerhand weg, teilte seine Gedanken: «Es tut mir leid, aber Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten.». Alles in allem war es ein denkwürdiger und ikonischer Moment in der Musik- und Award-Show-Geschichte.
November 2010
Kanye West & Nicki Minaj veröffentlichen Alben am selben Tag
Das Album «My Beautiful Dark Twisted Fantasy» von Kanye West wurde als eines von seinen Meisterwerken angesehen. Das Album ist ein ausuferndes, ehrgeiziges Werk voller kraftvoller Songs und eklektischer Entscheidungen, wie z.B. Jay-Z, Rick Ross und Bon Iver auf denselben Song zu packen und sie trotzdem in den Schatten zu stellen. Am meisten glänzte Nicki Minaj auf seinem Song «Monster», welche am selben Tag wie West ihr Debütalbum «Pink Friday» veröffentlichte. Ihr Album brachte sie auf einen Kurs, der sie in Geschichtsbüchern an einigen grossen Künstlern vorbeiziehen liess. So definierte an diesem Tag ein Album einen Superstar und ein Album kündigte die Ankunft eines an.
January 2011
Britney Spears bringt Dubstep in den Pop
Das Album «Femme Fatale» brachte die Pop-Legende Britney Spears Anfang des Jahrzehnts sofort wieder an die Spitze der Charts. Doch es war der Erfolg des Tracks «Hold It Against Me», der Auswirkungen weit über die beteiligten Künstler hinausgingen. Der Song war einer der ersten grossen Hits mit einem Dubstep-Breakdown und etablierte das Genre im Pop-Mainstream. Dies war ein Wegbereiter, sodass auch Justin Bieber, Flo Rida, Jay-Z und Kanye West später Dubstep auf ihren Tracks einbauten.
August 2011
Duett-Album von Jay-Z und Kanye West
Einmalige Projekte, bei denen sich zwei Rapper zusammengetan haben, hat der Hip-Hop schon viele gesehen. Aber nur wenige Projekte waren ein ganzes Album und dessen Rapper so mächtig wie Jay-Z und Kanye West. Bereits seit Jay-Z’s Werk «The Blueprint», bei dem West an der Produktion mitwirkte, arbeiteten die beiden Künstler zusammen. Mit «Watch the Throne» schaffte das Duo ein der künstlerisch und kommerziell erfolgreichsten Platte dieser Art. Das Album war eine opulente Klanglandschaft mit Produktionen von 88-Keys, RZA, Mike Dean, Q-Tip und anderen. Das Duett-Album, auf welchem einige von Jay-Z’s frischesten Reimen seit Jahren zu hören waren, erhob Kanye West, vom Status des kleinen Bruders, zum Rap-Titan.
March 2015
«Tidal» Launch-Event
Jay-Z kaufte für 56 Millionen US-Dollar einen norwegischen Abo-Streaming-Dienst, der als Tidal bekannt war. Der Launch-Event begann mit einer der am meisten Stars besetzten Pressekonferenzen des letzten Jahrzehnts. Jay-Z wurde gemeinsam mit 15 Musikern, darunter Ehefrau Beyoncé sowie Rihanna, Kanye West, Daft Punk, Nicki Minaj, Chris Martin, Calvin Harris, Deadmau5, Jason Aldean, J. Cole, Madonna, Jack White, Arcade Fire, Alicia Keys und Usher, als Miteigentümer der Streaming-Plattform vorgestellt. Dies liess schnell die Kritik aufkommen, dass Tidal eher ein Club für die Musikelite sei, als ein von Künstlern unterstützter Dienst, der unabhängige und kämpfende Musiker fördern würde. Es war der Beginn einer holprigen Reise für den Streaming-Dienst, der seit dem Neustart drei CEOs hatte und damit zu kämpfen hatte, seine bezahlte Abonnentenbasis aufzubauen. Bei der letzten offiziellen Zählung hatte Tidal schätzungsweise 1 Million bezahlte Nutzer, verglichen mit den 50 Millionen des Marktführers Spotify.
October 2015
Kanye West kündigt Präsidentschaftskandidatur an
«Und ja, wie ihr in diesem Moment wahrscheinlich schon erraten habt, habe ich beschlossen, 2020 für das Präsidentenamt zu kandidieren.», damit beendete West seine Rede an den MTV Video Music Awards 2015. Die meisten Zuschauer hatten es zwar nicht erraten, aber sie waren dennoch bereit, Kanye für bare Münze zu nehmen. Während seiner epischen Rede blickte er auch auf seinen Zusammenstoss mit Taylor Swift bei den Awards sechs Jahre zuvor zurück und forderte die Branche mit den Worten auf: «Hört auf die Kinder, Bruder!». Der Monolog beherrschte die Diskussion über die VMAs '15 und brachte den Kanye-Kult auf einen Fieberpegel. Zunehmend liess der Auftritt die Menschen darüber nachdenken, ob seine Kandidatur tatsächlich möglich, wenn nicht sogar wünschenswert, wäre.
February 2016
Kanye West: Ima fix wolves
Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung seiner LP «The Life of Pablo» erklärte Kanye West, dass er mit dem Album noch nicht ganz fertig sei. Der Track «Wolves» sollte noch ein Update bekommen. Einen Monat später ging West sogar noch einen Schritt weiter, indem er ganze 12 Songs des Albums aktualisierte, hauptsächlich mit Produktions- und Gesangsverbesserungen. Dies zeigte, dass das Konzept der Fertigstellung eines Albums in der Streaming-Ära überholt sein könnte. Oder ist es das Konzept des Albums selbst?
June 2016
Kanye West stellt «Famous»-Video vor
Kanye mietete ein ganzes Basketballstadion, um ein Musikvideo für seinen Song vorzustellen, in dem er auf beleidigende und absurde Art und Weise darüber spricht, dass er immer noch mit seiner Pop-Nemesis, Taylor Swift schlafen könnte. Das Video hat die Berühmtheiten von West nur noch weiter verstärkt. Das Video war ein zehnminütiger Kurzfilm, gefilmt wie eines der gruseligen Videobänder aus David Lynch «Lost Highway». Es bestand aus unheimlichen Puppen von so ziemlich jedem Prominenten, der 2016 Schlagzeilen machte, darunter Bill Cosby, der besiegte Kanye-Feind Ray J und natürlich der zukünftige Präsident Donald Trump, wobei alle zusammen in einem Bett schlafen. Dieser Moment war Ruhm, wie ihn Kanye kennengelernt hatte.
August 2016
Young Thug's Albumcover
Als Young Thug sein neuestes Mixtape «No, My Name Is Jeffery» veröffentlichte, sorgte das Coverbild, auf dem er in einem rockähnlichen Kleidungsstück zu sehen war, für Aufregung im Internet. Der Designer Trincone hatte das Kleid mit vielen der gleichen Ideologien im Kopf entworfen, an die Thug glaubte, insbesondere Androgynität und geschlechtsneutrale Identität. Dieser Akt eines schwarzen Mannes, der einen Rock auf seinem Albumcover trug, half dabei die Definition von Männlichkeit weiterzuentwickeln, besonders in der schwarzen Community und noch mehr in der Hip-Hop-Landschaft. Dennoch war der Rapper aus Atlanta lediglich das Nebenprodukt einer langsamen Entwicklung, die seit Jahren stattfand - Männer, die sich kreativ ausserhalb der Geschlechternormen ausdrückten - und die vor ihm schon von Leuten wie Prince und Kanye West erreicht wurden.
April 2018
«Danke Kanye, sehr cool!»
Es ist schwer, nur einen Moment aus diesem Jahrzehnt herauszupicken, in dem Kanye West's politische und ideologische Zugehörigkeit für viele seiner langjährigen Fans besonders beunruhigend wurde. Doch einer der krassesten Moment kam im April 2018. Der Rapper tweetete über Präsident Trump: «Der Mob kann mich nicht dazu bringen, ihn nicht zu lieben. Wir sind beide Drachenenergie. Er ist mein Bruder.». Ein Twitter-Nutzer antwortete darauf mit: «Danke Kanye, sehr cool!». Der Fünf-Wort-Satz wurde zu einer Ikone dafür, wie weit der Rapper in den Augen der linksgerichteten Nutzer gefallen war, und wurde sogar ohne weiteren Kontext in der Endzeit-Hymne «Love It If We Made It» der Alt-Pop-Band, The 1975, zitiert.