May 1959
Die erste Grammy-Verleihung
In einem mit Stars gespickten Los Angeles fand die erste Grammy-Verleihung statt und wurde von der National Academy of Recording Arts & Sciences (NARAS) präsentiert. Im Grand Ballroom des Beverly Hilton versammelten sich die Stars und Sternchen zu einem Galadinner und der Preisverleihung. Insgesamt wurden 28 Preise, unteranderem an Frank Sinatra, verliehen. Gemäss Christine Farnon, einer der Hauptorganisatorinnen der Show, welche später Executive Vice President der Academy wurde, waren die Grammy Awards von Anfang an eine formelle Veranstaltung und sehr zeitgemäss. «Wenn ich mich recht erinnere, hatte damals niemand etwas dagegen, im Smoking zu erscheinen, aber das sollte sich, wie so vieles andere auch, später ändern.», führte Farnon fort.
October 1971
«Jesus Christ Superstar» - Uraufführung
Die Rockoper «Jesus Christ Superstar», bei der Andrew Lloyd Webber die Musik produzierte und Tim Rice die Texte schrieb, löste einen Aufruhr aus. Da religiöse Eiferer protestierten, während religiöse Gemässigte den Nutzen, für junge Leute, die nun eine realistische Beschreibung der letzten sieben Tage Jesu mit Hilfe populärer Medien (wie Theater und Rockmusik) erhalten konnten, sahen. Das Musical war erst ein Konzeptalbum für eine Rockoper, bevor es am Broadway uraufgeführt wurde. Das Musical wurde hauptsächlich gesungen und enthielt kaum gesprochene Dialoge. Später wurde das Musical dreimal mit dem Tony Award ausgezeichnet.
March 1972
Frauen dominieren die 14. Grammy Awards
Frauen dominierten die Grammy-Verleihung im Jahr 1972 und gewannen alle vier Spitzenkategorien. Carole King wurde für die Platte, das Album und den Song des Jahres ausgezeichnet, während Carly Simon den Preis für die beste neue Künstlerin erhielt.
September 1984
Erstausgabe der MTV Video Music Awards
Die Radio City Music Hall in New York City beherbergte die allererste Verleihung der MTV Video Music Awards. The Cars gewannen den Preis für das Video des Jahres für ihren Song «You Might Think» und setzten sich damit gegen Michael Jackson's «Thriller» durch. Währenddessen gewannen The Beatles den Video Vanguard Award für ihren Beitrag zum Fortschritt des Musikvideos.
November 1990
Milli Vanilli Lip Synched
Als bei einem Auftritt das Playbackband stehen blieb, wurde dem Publikum offengelegt, dass die beiden Tänzer der Euro-Dance-Band Milli Vanilli nicht selbst sangen, worauf der Band ihr Grammy für «Best New Artist 1990» entzogen wurde.
December 1995
«California Love» by 2Pac
2Pac war nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Mann der Poesie und des Theaters. Er trat sogar in Shakespeare-Stücken auf und schrieb Gedichte. 2Pac war ein wortgewandter Mensch, der seine Bildung auf seine Musik anwendete. Eine von 2Pacs bekanntesten und erfolgreichsten Singles «California Love» wurde am 03. Dezember 1995, als Comback-Single nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 1995, veröffentlicht. Es war auch seine erste Single als neuester Künstler von Death Row Records. Der Song wurde 1997 posthum für einen Grammy Award in der Kategorie Best Rap Performance by a Duo or Group (mit Dr. Dre und Roger Troutman) nominiert.
May 2000
Die zukünftige Grösse des Rap
Mit der Veröffentlichung seines aufgenommenen zweiten Albums «Marshall Mathers LP» festigte Eminem seinen Platz als zukünftige Grösse des Raps. Das Album verkauft sich in der ersten Woche 1,76 Millionen Mal und beschert dem Rapper später zwei Grammys.
September 2009
Die Kanye West / Talyor Swift Fehde
Wenn Kanye West nicht gerade eingängige und kontroverse Musik macht, dann ist er entschlossen uns zu unterhalten und nie zu langweilen. West lebt von seinen spontanen Reden und das beste Beispiel waren die MTV Video Music Awards 2009, als er Taylor Swift das Rampenlicht klaute. Swift gewann in der Kategorie bestes weibliches Musikvideo, doch zu ihrer Dankesrede kam sie nicht wirklich. Kanye West nahm Swift das Mikrofon kurzerhand weg, teilte seine Gedanken: «Es tut mir leid, aber Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten.». Alles in allem war es ein denkwürdiger und ikonischer Moment in der Musik- und Award-Show-Geschichte.
September 2010
Lady Gaga trägt Fleischkleid
Bei den MTV Video Music Awards 2010 war Lady Gaga die meistnominierte Künstlerin und die Erwartungen an Gaga’s Präsenz waren gross nach ihrer letztjährigen Performance. Die Antwort kam prompt, als Gaga den Preis für das Video des Jahres in ihrem dritten Outfit des Abends entgegennahm: einem Kleid aus Fleisch, zu dem sie einen ebenso rohen Hut, eine Handtasche und Stiefel trug. Das Fleischkleid wurde sofort zu einer Ikone und machte Gaga zum grenzüberschreitendsten Popstar der Welt. Es wurde von Tierpräparatoren im Stil von Dörrfleisch konserviert und 2011 in der Rock'n'Roll Hall of Fame ausgestellt.
February 2011
erster Indie-Act gewinnt Grammy für «Album des Jahres»
Als Arcade Fire ihren Grammy für «Album des Jahres» erhielten, hatte die Band noch nicht mal einen Hit in den Billboard-Hot-100-Charts. Der Sieg war eine Bestätigung für eine Underground-Rock-Landschaft, welche durch Websites wie «Pitchfork» und «Stereogum» an Grösse zugenommen hatte. In der Folge darauf, spielten Indie-Veteranen wie LCD Soundsystem und The National in Arenen, ohne auch nur einen Hauch von Mainstream-Radio Zeit zu bekommen.
October 2012
Mumford & Sons's «Babel»
Nachdem das Debütalbum «Sigh No More» von Mumford & Sons zu einem der heimlichen Bestseller des frühen Jahrzehnts geworden war, wurden die hochgesteckten Erwartungen mit der atemberaubenden ersten Woche des zweiten Albums «Babel» erfüllt. Das Album, welches durch seine hymnischen Refrains geprägt ist, gewann einen Grammy für das Album des Jahres und schon bald spielte jeder, von Imagine Dragons über Avicii bis hin zu One Direction «Stadion-Folk».
November 2012
Adeles «21» mit Diamant zertifiziert
Seit Ushers «Confessions» war kein neues Album erschienen, dass mit dem Diamant-Zertifikat (achtstellige Verkaufszahlen) ausgezeichnet wurde, oder auch nur in die Nähe kam. Zur Ausnahme von jeder Regel, die wir über die Verkaufszahlen des 21. Jahrhunderts gelernt zu haben glaubten, wurde Adele. Ihr Album «21», brachte drei Nr-1-Hits in den Billboard-Hot-100-Charts hervor, führte 24 Wochen lang die Billboard-200-Charts an und gewann so gut wie jeden denkbaren Grammy. So erhielt das Album weniger als zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung die Diamant-Zertifizierung der RIAA (Recording Industry Association of America). Es war die letzte Diamant-LP, zumindest bis Adele's nächstes Album veröffentlicht wurde, versteht sich.
August 2013
Miley Cyrus und Robin Thicke schockieren die Welt
Der ehemalige Kinderstar Miley Cyrus hatte sich mit ihrem Album «Bangerz» neu erfunden und wer sich auf diese Entwicklung nicht geachtet hatte, wurde bei den MTV Video Music Awards eines Besseren belehrt. Die Leadsingle «We Can’t Stop», ein drogenanspielender Hip-Hop beeinflusster Song, sollte Cyrus in einem gemeinsamen Medley mit Robin Thicke performen. Thicke's eigener Hit «Blurred Lines» war wegen seines ultra expliziten Musikvideos und des problematischen Textes umstritten. Mit der Aufregung über ihren twerk-lastigen Auftritt, der unter anderem der rassistischen Aneignung beschuldigt wurde, brachten die beiden den Kurznachrichtendienst Twitter ins Trudeln und beherrschten wochenlang die Nachrichten. Miley Cyrus hatte ihre Karriere seitdem mehrfach neu gestaltet, aber Thicke hatte sich nie ganz davon erholt.
January 2014
Der Grammy, der keiner ist
Macklemore’s vier Grammy-Auszeichnungen überschatteten beinahe seine Nachricht an den ebenfalls nominierten Kendrick Lamar. «Du wurdest beraubt», für das beste Rap-Album und «Ich wollte, dass du gewinnst. Das hättest du tun sollen. Es ist seltsam und es ist scheisse, dass ich dich beraubt habe», teilte Macklemore Stunden später an Lamar mit. In einem Social-Media-Post an seine Fans behauptete Macklemore, Lamar habe den Grammy für das beste Rap-Album verdient. Ein Moment, der sowohl für die wachsende Macht der Künstler über den Mediendiskurs als auch für den schwindenden Einfluss der tatsächlichen Ergebnisse der Preisverleihungen steht.
November 2014
Taylor Swift: vom Country- zum Popstar
Taylor Swift war Ende der 2000er Jahre der grösste Country-Superstar der Welt, bevor sie in den 2010er Jahren einen kompletten Pop-Crossover anstrebte. Als Swift ihr Album «1989» veröffentlichte, gipfelte ihr Erfolg in der grössten Verkaufswoche ihrer Karriere und innerhalb mehr als einem Jahrzehnt. Das Album verkaufte sich in der ersten Woche 1,287 Millionen Mal und war Teil einer totalen Übernahme der Charts, was auch dazu führte, dass Swift bei den Grammys 2016 das Album des Jahres gewann. Ab diesem Zeitpunkt war Taylor Swift nicht mehr nur der grösste Country-Superstar sondern auch mit Sicherheit der grösste Popstar.
October 2015
Kanye West kündigt Präsidentschaftskandidatur an
«Und ja, wie ihr in diesem Moment wahrscheinlich schon erraten habt, habe ich beschlossen, 2020 für das Präsidentenamt zu kandidieren.», damit beendete West seine Rede an den MTV Video Music Awards 2015. Die meisten Zuschauer hatten es zwar nicht erraten, aber sie waren dennoch bereit, Kanye für bare Münze zu nehmen. Während seiner epischen Rede blickte er auch auf seinen Zusammenstoss mit Taylor Swift bei den Awards sechs Jahre zuvor zurück und forderte die Branche mit den Worten auf: «Hört auf die Kinder, Bruder!». Der Monolog beherrschte die Diskussion über die VMAs '15 und brachte den Kanye-Kult auf einen Fieberpegel. Zunehmend liess der Auftritt die Menschen darüber nachdenken, ob seine Kandidatur tatsächlich möglich, wenn nicht sogar wünschenswert, wäre.
December 2015
Adeles «25» bricht den Verkaufsrekord in der ersten Woche
Eineinhalb Jahrzehnte lang stand der Erstwochen-Verkaufsrekord von *NSYNC in den Geschichtsbüchern. Doch Adeles drittes Album «25» brach den Rekord nicht nur, sondern übertraf ihn, indem das Album in der ersten Woche erstaunliche 3,38 Millionen Mal verkauft wurde. In dieser Woche machte die Platte 41 Prozent aller Albumverkäufe in Amerika aus, also doppelt so viel wie die Alben auf den Plätzen 2 bis 100 der Billboard-200-Charts zusammen.
January 2016
Rihanna's «ANTI» erhält Platin
Die Veröffentlichung von Rihanna’s Album «ANTI», welches ausschliesslich über Tidal veröffentlicht wurde, verlief holprig. Trotzdem wurde das Album bei seinem Erscheinen, als eines der persönlichsten und durchweg schillerndsten Werke der Künstlerin, als Triumph gefeiert. Es war auch ein enormer kommerzieller Erfolg, der fünf mit Platin ausgezeichnete Singles hervorbrachte und selbst in weniger als einem Tag kommerzieller Verfügbarkeit Platin erreichte. Oder doch nicht? Die RIAA erkannte die 1,4 Millionen Downloads an, die das Album in den ersten 15 Stunden über Tidal absetzte, aber da die Downloads für die Fans kostenlos waren und von Samsung im Voraus gekauft wurden, wurden sie nicht für die Billboard-Zahlen gezählt. Ein paar Tage später fügte die RIAA ihrer Zertifizierungsformel Streaming-Äquivalenzeinheiten hinzu.
February 2017
Grammys heissen Streaming-Alben willkommen
Die Recording Academy kündigte an, dass ab sofort auch reine Streaming-Alben für die Grammys zugelassen werden. Chance the Rapper schrieb im nächsten Jahr Grammy-Geschichte, als «Coloring Book» die erste Grammy-gekrönte Platte wird, die keine physischen Kopien verkauft. «Ruhm oder vermeintlicher Erfolg, das kommt alles vom Gruppendenken», sagt einst Chance über seine persönliche Einstellung. Eine Philosophie, die auch für das Regelwerk der Grammys gilt.
January 2018
Frauen sollen bei den Grammys «aufstehen»
Eine Zeremonie bei den Grammys, die eine emotionale Aufführung von Kesha's Überlebenshymne «Praying» beinhaltete, zeigte den Mangel an weiblichen Nominierten in den Hauptkategorien auf. Da war es ein besonders schlechtes Timing für den Präsidenten der Recording Academy, Neil Portnow, eine Antwort auf eine Frage über die weibliche Repräsentation unter den Geehrten, bei der grössten Nacht der Musik, zu geben. «Es muss beginnen mit Frauen, die die Kreativität in ihren Herzen und Seelen haben», sagte Portnow nach der Show, «[Sie müssen] nach vorne treten, denn ich denke, sie wären willkommen.». Die Kommentare warfen ein weiteres Schlaglicht auf die Diskussion über das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bei den Grammys und in der gesamten Branche und führten zur Gründung der Recording Academy «Diversity & Inclusion» Task Force, während Portnow nach der Verleihung 2019 zurücktrat.
April 2018
Kendrick Lamar gewinnt Pulitzer
Für sein Album «DAMN» erhält Lamar als erster nicht-klassischer und nicht-jazziger Künstler überhaupt den Pulitzer-Preis für Musik. Das Pulitzer-Gremium lobt vor allem die «volkstümliche Authentizität und rhythmische Dynamik» von «DAMN».