March 1956

Anfänge der Konzeptalben


Frank Sinatra beschloss bei «Songs for Young Lovers», dass sein Album um ein zentrales Thema herum aufgebaut sein sollte. Das war grundsätzlich das erste Mal, dass ein Künstler ein «Konzeptalbum», ein Album, bei dem die einzelnen Titel zusammen eine grössere Bedeutung haben als für sich allein, erstellte. In der Regel geschieht dies mit einer zentralen Erzählung oder einem Thema, sei es instrumental, kompositorisch oder lyrisch.

September 1960

Erster Hit des Tamla-Motown-Labels


Als «Shop Around» von The Miracles veröffentlicht wurde, war es der erste von vielen Hits des Tamla-Motown-Labels. Das Pop-Soul-Label, welches in Downtown Detroit ansässig war und Berry Gordy gehörte, wurde später als Hit Factory bezeichnet. Das Label prägte das pop-Jahrzehnt mehr als jedes andere Label und produzierte mehr als 100 Singles von Künstlern wie Stevie Wonder, den Supremes und den Temptations.

February 1964

Die Beatles erobern Amerika


Die Beatles, die in Europa bereits die beliebteste Popgruppe waren, traten Anfang 1964 in der Fernsehshow von Ed Sullivan auf. Obwohl es schwierig war, den Auftritt über das Geschrei der Teenager-Mädchen im Studiopublikum zu hören, schalteten schätzungsweise 73 Millionen US-Fernsehzuschauer, also etwa 40 Prozent der US-Bevölkerung, ein, um zuzusehen. Kurz darauf landete das britische Rock'n'Roll-Quartett mit ihrem Song «I Want to Hold Your Hand» seinen ersten Nummer-1-Hit in den USA. Im März 1964 belegten sie in Amerika die ersten fünf Plätze der Charts. Die Beatlemania hatte Amerika definitiv erreicht.

September 1964

Der erste gitarrenschlagende Rockkünstler


Etwas vom ikonischsten des Rock’n’Rolls ist es, wenn der Frontmann seine Gitarre zerschlägt. Pete Townshend von The Who war der erste, der seine Gitarre zerschlug. Die erste Zertrümmerung seiner Gitarre nahm das Rolling Stone Magazin in ihre Liste der «50 Momente, die den Rock’n’Roll veränderten» auf. Zu seinem ersten Gitarrenschlag sagte Townshend in einem Interview mit dem Rolling Stone folgendes: «Beim ersten Mal geschah es ganz zufällig. Wir spielten in einem Club, in dem wir jeden Dienstag auftraten, und ich spielte auf der Gitarre, und ich schlug sie gegen die Decke. Sie zerbrach, und ich war schockiert, weil ich nicht darauf vorbereitet war... Ich erwartete, dass alle sagen würden: ‹Wow, er hat seine Gitarre zerbrochen›, aber niemand tat etwas, was mich irgendwie wütend machte, und ich war entschlossen, dieses kostbare Ereignis beim Publikum bekannt zu machen. Ich machte eine grosse Sache daraus, die Gitarre kaputt zu machen. Ich sprang damit über die ganze Bühne, warf die Teile auf die Bühne, nahm meine Ersatzgitarre und machte weiter, als ob ich es wirklich tun wollte.»

February 1965

Jazzlegende verliert gegen den Krebs


Nat King Cole trat noch so lange wie möglich auf, bis er den Kampf gegen den Lungenkrebs verlor nach monatelanger Krankheit. Im September des vorherigen Jahres litt Cole an Rückenproblemen, woraufhin er bei einem Auftritt in Las Vegas zusammenbrach. Es wurde ein bösartiger Tumor in seiner Lunge festgestellt, als er sich in ärztliche Behandlung begab und ihm wurde berichtet, dass er Lungenkrebs im Endstadium hat. Trotzdem nahm Cole weiter Musik auf und ging ins Studio, um mit einem Orchester zu singen. Die Aufnahmen wurden noch vor seinem Tod auf dem Album «L-O-V-E», benannt nach einem seiner berühmten Songs, veröffentlicht.

May 1965

LSD kommt auf die Strasse


Der Chemiker Augustus Stanley Owsley III. fertigte im Mai 1965 das erste selbsthergestellte LSD her. Das Halluzinogen, veränderte die Popkultur in den folgenden zwei Jahren dramatisch, machte San Francisco zum Zentrum der Hippiebewegung und brachte Pet Sounds sowie ein ganzes Genre namens «Acid Rock» hervor.

December 1965

The Who: «My Generation»


Pete Townshend trug Union-Jack-Anzüge, zertrümmerte seine Gitarre und schrieb Songs, die die steigende Frustration der Teenager perfekt einfingen. The Who waren die aggressivste und künstlerischste britische Popgruppe Mitte der sechziger Jahre. The Who’s «My Generation» ist nach wie vor einer der Schlüsselmomente der britischen Popmusik.

January 1969

The Beatles letzter öffentlicher Auftritt


Eine der einflussreichsten Musikgruppen aller Zeiten hatte am 29. Januar 1969 ihren letzten öffentlichen Auftritt: Sie geben ein improvisiertes Konzert auf dem Dach ihres Londoner Aufnahmestudios. Nachbarn beschwerten sich über den Lärm, und die Polizei brach das Konzert ab. John Lennon beendete den Auftritt mit den Worten: «Ich möchte mich im Namen der Gruppe und von mir selbst bedanken und hoffe, dass wir das Vorspielen bestanden haben.» Im April 1970 gab Paul McCartney formell die Auflösung der Gruppe bekannt.

June 1972

David Bowie erschafft Ziggy Stardust


Im Januar 1972 machte David Bowie die Aussage: «Ich bin schwul und war es schon immer». Mit diesen Worten kündigte Bowie die bevorstehende Ankunft seines androgynen Alter Egos an. Im darauffolgenden Juni wurde dann «The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars» enthüllt. Stardust war die erste von vielen exotischen Persönlichkeiten Bowies und der Moment, der den Glam Rock begründete. Die Veröffentlichung wurde zu einem der einflussreichsten Alben des Jahrzehnts.

September 1977

Marc Bolan stirbt bei Verkehrsunfall


Der Rock-Pionier Marc Bolan prägte den Glam und ebnete mit seiner Band, T. Rex, und dessen spacigem Sound den Weg für Künstler wie David Bowie. Bolan symbolisierte die Entwicklung der Rock-Subkultur in den 1970er Jahren, und T. Rex hatte mit Alben wie «Electric Warrior» Erfolg. Obwohl seine Band- und Musikkarriere Mitte der 1970er Jahre ins Stocken geriet, fand Bolan 1977 eine neue Berufung als Moderator der Serie «Marc». Darin trat er und eine Mischung aus neuen und etablierten Musikern, die er zu sich in die Show holte, auf. Eine Woche nach der letzten Folge, in der Bowie und Bolan gemeinsam «Heroes» sangen, verlor Bolan’s Frau bei einem Autounfall die Kontrolle über das Fahrzeug, wobei der Sänger sofort starb.

September 1978

Keith Moon tot aufgefunden


Der The Who-Schlagzeuger Keith Moon hatte das Leben eines Rockstars so sehr verinnerlicht, wie nur wenige Menschen es taten. Sein Leben wurde von dem Moment an, als die Gruppe auch nur einen winzigen Hauch von Berühmtheit erlangte, zu einer ununterbrochenen Sauforgie mit verwüsteten Hotelzimmern, zertrümmerten Autos und tagelangen Partys am Stück. Wenn er nicht einer der größten Schlagzeuger der Rockgeschichte gewesen wäre, hätte sich niemand damit abgefunden. Er machte Klassiker wie «Won't Get Fooled Again» zu Vorzeigebeispielen für sein wildes, eigenwilliges Spiel, bevor er von seinem Lebensstil 1978 endgültig eingeholt wurde. Am 6. September desselben Jahres besuchte er die Premiere der Buddy Holly Story und zog sich anschliessend in seine Londoner Wohnung zurück. An diesem Abend nahm er 32 Tabletten, die gegen die Auswirkungen des Alkoholentzugs wirken sollten und starb an den Folgen davon.

December 1980

John Lennon von Fan erschossen


Das Bandmitglied der Beatles betrat gerade sein Wohnhaus in Manhatten, New York, als ein geistesgestörter Fan, Mark David Chapman aus nächster Nähe viermal auf John Lennon schoss. Zuvor hatte Chapman ein Autogramm von Lennon erhalten und blieb freiwillig am Tatort, bis er von der Polizei verhaftet wurde. Chapman behauptete, dass er wütend geworden war durch Lennons berüchtigte Bemerkung im Jahr 1966, die Beatles seien «populärer als Jesus» sowie gewisse Songtexte von Lennon, welche widersprüchlich waren zu Aussagen in Anthony Fawcetts Buch «John Lennon», was Lennon zu einem «Schwindler» für Chapman machte.

July 1981

MTV geht live


Das «M» steht für «Music». Auch wenn heute nicht mehr ganz. Die gesamte Welt von allem was mit Musik zu tun hatte, wurde am 31.Juli 1981 bis zur Unkenntlichkeit verändert. Genau um 12.01 Uhr erklangen die Worte «Ladies and Gentlemen, Rock and Roll». Obwohl es ein globaler Game-Changer wurde, waren diese frühen Tage (und Jahre) ziemlich bescheiden. Der Sender war nur in bestimmten Teilen New Jerseys zu sehen und oft war der Bildschirm leer, während MTV-Mitarbeiter die VHS-Videos austauschten, die gerade ausgestrahlt werden sollten.

November 1982

«Thriller» wird veröffentlicht


Michael Jackson wurde mit «Thriller», einem der meistverkauften Pop-Alben der Zeit, zu einer weltweiten Ikone. Damals war Jackson 25-jährig, sein Debüt hatte er im Alter von vier Jahren und seinen ersten Hit im Alter von 12 Jahren mit den Jackson 5.

February 1983

Karen Carpenter’s unverstandener Tod


Das Erbe von Karen Carpenter war nach ihrem plötzlichen Tod getrübt. Zum einen aufgrund der damals unverstandenen Krankheit Magersucht, die Carpenter das Leben kostete. Und zum anderen aufgrund der mangelnden Anerkennung der Kritiker für die äusserst populäre Musik, die sie und ihr Bruder Richard ab 1970 als Carpenters produzierten. Sie war die erste Berühmtheit, die posthum Essstörungen zu einem Teil des nationalen Gesprächs machte. Eine Todd Haynes-Dokumentation «Superstar: The Karen Carpenter Story» wurde nach seiner Premiere 1988 zu einem Underground-Klassiker und Elton John nannte sie «eine der grössten Stimmen unseres Lebens». In ihren letzten Jahren war sie bestrebt, ihre üppige, zurückhaltende und kristallklare Stimme in eine neue, unabhängige Richtung zu lenken. Auf einem von Phil Ramone produzierten Soloalbum aus dem Jahr 1979, das erst 1996 veröffentlicht wurde, sang sie über Sex und Befreiung in straffen, von Rock und Disco beeinflussten Songs.

May 1983

Michael Jackson's erster Moonwalk


Vor 47 Millionen Menschen performte Michael Jackson am 16. Mai 1983 seinen neuen Song «Billie Jean», als sich ein aussergewöhnlicher Moment ereignete, der die Tanzgeschichte veränderte. Es war Jackson, der die Menschen bei seinem Live-Auftritt bei «Motown 25: Yesterday, Today, and Forever» ins Erstaunen versetzte. Er war jedoch nicht der erste mit diesem Dancemove. Nachdem Michael Jacksons Manager gesehen hatte, wie Derek Jaxson den «Backslide» im Fernsehen vorführte, ging er zu ihm und fragte, ob Jaxson dem «King of Pop» den gleichen Move beibringen könnte. Wobei Michael Jackson dem Ganzen noch sein persönliches Flair hinzufügte.

September 1984

Madonna's «Like a Virgin»


Madonna war das Gesicht der 1980er Jahre. Was ihre Karriere jedoch wirklich prägte, waren ihre provokanten Texte in Songs wie «Like a Virgin». Verführerisch und etwas unzüchtig, waren viele schockiert über ihre Performance an den MTV Video Music Awards 1984, welche ihren Ruhm in die Höhe schnellen lies. So wurde sie zu einer musikalischen Ikone, doch nicht jeder war beeindruckt.

July 1985

Live Aids rockt das Wembley


Prinz Charles und Prinzessin Diana eröffneten im Wembley-Stadion in London offiziell «Live Aid», ein weltweites Rockkonzert, das organisiert wurde, um Geld für die Hilfe der von Hungersnot betroffenen Afrikaner zu sammeln. In dem 16-stündigen «Superkonzert», das in weiteren Arenen fortgesetzt wurde, sahen mehr als eine Milliarde Zuschauer aus 110 Nationen zu. In einem Triumph der Technik und des guten Willens sammelte die Veranstaltung mehr als 125 Millionen Dollar für die Hungerhilfe in Afrika. In nur 10 Wochen organisiert, fand Live Aid am Samstag, den 13. Juli 1985 statt. Mehr als 75 Künstler traten auf, darunter Elton John, Madonna, Santana, Run-DMC, Sade, Sting, Bryan Adams, die Beach Boys, Mick Jagger, David Bowie, Queen, Duran Duran, U2, The Who, Tom Petty, Neil Young und Eric Clapton.

July 1985

Queen at Live Aid


In einem 21-minütigen Set schafften es Queen ihre Top-Hits, «Bohemian Rhapsody», «Radio Ga Ga», «Hammer to Fall», «Crazy Little Thing Called Love» und ein Finale aus «We Will Rock You» und «We are the Champions» unterzubringen. Der Auftritt, welcher einen seiner besten und leider auch einer der letzten grossen von Mercury war, war absolut weltbewegend, denn Freddie Mercury beherrschte die Bühne und die 72'000 Zuschauer.

September 1985

Parental Advisory Label


In Washington D.C. war Tipper Gore, die damalige Ehefrau des ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore, von Madonna`s Musik, insbesondere nach ihrem Auftritt an den MTV Video Music Awards 1984, zutiefst beleidigt und half bei der Gründung eines Gremiums besorgter Eltern, deren kleine Kinder den expliziten Inhalten ausgesetzt waren. Inoffiziell bekannt als die «Ehefrauen von Washington» schlossen sie sich zusammen, um Warnhinweise für explizite Musikinhalte zu fordern. Obwohl es viele Kontroversen um das Thema gab, hatten Tipper Gore und ihre Mädels Erfolg mit den «Parental Advisory Labels», die heute auf diversen Albumcovern zu sehen sind.

November 1985

«Material Girl» von Madonna


Dank ihrer Single «Material Girl» kam Madonna aus dem Mainstream heraus und wurde zur erfolgreichsten Pop-Marke der Neuzeit. Das dazugehörige Musikvideo, war die erste ihrer zahlreichen Selbsterfindungen, in dem sie Marilyn Monroe nachahmte. Der Song griff den Konsumwahn der 1980er Jahre auf, wenn auch er diesen angeblich parodierte.

March 1987

Prince's «Sign o’ the Times»


In den 80er war Prince der begnadetste Singer-Songwriter und Multiinstrumentalist, der aufkam. Mit seinem Album «Sign o’ the Times» schuf Prince die Verschmelzung von Dancefloor-Funk und sozialem Kommentar seit der Blütezeit des politisch bewussten Soul der siebziger Jahre, wobei er vorübergehend die sexuelle Ausrichtung seiner früheren Musik hinter sich liess.

November 1990

Milli Vanilli Lip Synched


Als bei einem Auftritt das Playbackband stehen blieb, wurde dem Publikum offengelegt, dass die beiden Tänzer der Euro-Dance-Band Milli Vanilli nicht selbst sangen, worauf der Band ihr Grammy für «Best New Artist 1990» entzogen wurde.

November 1991

Queen verliert ihren Frontmann


Im Rock’n’Roll wurde eine grosse Lücke hinterlassen, als der Sänger von Queen, an Komplikationen im Zusammenhang mit AIDS starb. Freddie Mercury starb zu Hause in seinem Bett, nachdem er sich geweigert hatte, seine AIDS-Medikamente weiter einzunehmen. Nur vier Tage vor seinem Tod äusserte die Queen-Ikone einen letzten Wunsch, ein letztes Mal einige seiner Kunstwerke zu sehen, an seine enge Gruppe von Freunden, die Tag und Nacht bei ihm blieben. Mercury, der ohne Hilfe nicht mehr aus dem Bett kam, wurde von seinen Freunden gesetzt, als er durch seine Lodge ging, die mit unbezahlbaren und wertvollen Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen gefüllt war.

March 1995

Selena Quintanilla-Pérez wird erschossen


Der mexikanisch-amerikanische Popstar Selena Quintanilla-Pérez arbeitete zum Zeitpunkt ihrer Ermordung gerade an ihrem englischen Crossover-Album «Dreaming of You». Yolanda Saldívar, Managerin von Selena`s Fanklub und Modeboutique, stand unter dem Verdacht der Veruntreuung von Geldern. Als Saldívar von der Familie Quintanilla zur Rede gestellt wurde, traff Saldívar Selena mit einem tödlichen Schuss. Ein Jahr zuvor gewann Selena ihren einzigen Grammy für «Selena Live!». Drei Monate nach ihrem Tod erreichte sie Platz eins der US. Billboard-200-Charts, was eine Premiere für einen lateinamerikanischen Künstler in der Geschichte war. Eine andere in den USA geborene Latina, Jennifer Lopez, schaffte ihren eigenen Durchbruch mit der Rolle der Sängerin in dem berühmten Biopic «Selena» aus dem Jahr 1997.

July 1995

Teenie-Pop-Phänomen der 90er


Die Spice Girls waren die erste reine Mädchenband in einer Ära, die von produzierten Boybands dominiert wurde, und wurden nicht zuletzt aus diesem Grund zum unwahrscheinlichsten Teenie-Pop-Phänomen der neunziger Jahre. Die fünfköpfige britische Girlband verschmolz Pop, Rap und eine schrille, wenn auch widersprüchliche «Girl Power»-Botschaft, wobei ihr schneller Aufstieg von Simon Fuller geleitet wurde. Rückblickend war die Debütsingle «Wannabe» ein Vorbote für alles, was folgte.

May 1998

Eine Legende geht von uns


Frank Sinatra, der zum ersten modernen Superstar der populären Musik geworden war, stirbt im Alter von 82 Jahren an einem Herzinfarkt. Sinatra`s Karriere erstreckte sich über mehr als fünf Jahrzehnte. Anfangs war Sinatra ein Meister der romantischen Balladen und als seine Anziehungskraft später nachgelassen hatte, erfand sich Sinatra als smarter Swinger mit einem raueren Gesangsstil neu und feierte in den 1950er Jahren ein spektakuläres Comeback.

September 1998

Britney Spears «Baby One More Time»


Im Oktober 1998 wurde das Musikvideo zu Britney Spears «Baby One More Time» erstmals auf MTV ausgestrahlt. Damit wurde der Beginn des Teenie-Pop-Wahns der späten 90er und frühen 00er Jahre markiert. Mit diesem Song wurde Spears in die internationale Popkultur-Szene katapultiert und wurde sofort zu einer Ikone und eine der kontroversesten und erfolgreichsten Sängerin des 21. Jahrhunderts.

June 2009

Tod des «King of Pop»


Die letzten Jahre im Leben des «King of Pop» waren von Kontroversen wie seinen Schönheitsoperationen, bizarre Angewohnheiten oder Missbrauchsvorwürfen geprägt. Im Jahr von seinem Tod hatte Jackson eine Reihe geplanter Shows «This Is It», jedoch starb Jackson plötzlich an einer Überdosis ärztlich verordneter Medikamente. Nach seinem Ableben konzentrierte sich die Welt auf sein Genie und das enorme Werk, das er hinterliess. Seine Trauerfeier wurde im nationalen Fernsehen übertragen und wie ein Staatsbegräbnis behandelt.

September 2010

Lady Gaga trägt Fleischkleid


Bei den MTV Video Music Awards 2010 war Lady Gaga die meistnominierte Künstlerin und die Erwartungen an Gaga’s Präsenz waren gross nach ihrer letztjährigen Performance. Die Antwort kam prompt, als Gaga den Preis für das Video des Jahres in ihrem dritten Outfit des Abends entgegennahm: einem Kleid aus Fleisch, zu dem sie einen ebenso rohen Hut, eine Handtasche und Stiefel trug. Das Fleischkleid wurde sofort zu einer Ikone und machte Gaga zum grenzüberschreitendsten Popstar der Welt. Es wurde von Tierpräparatoren im Stil von Dörrfleisch konserviert und 2011 in der Rock'n'Roll Hall of Fame ausgestellt.

November 2010

Beatles-Katalog auf iTunes


Die Beatles kamen endlich im mp3-Zeitalter an, als sie ihren Musikkatalog, unter anderem aufgrund von Namensstreitigkeiten mit ihrem Multimedia-Unternehmen, auf iTunes stellten. Nach dem sie sich lange Zeit von Apple ferngehalten hatten, verkaufte die Gruppe bei ihrem iTunes-Debüt innerhalb der ersten Woche 2 Millionen Songs und fast eine halbe Million Alben. Damit bestätigten sie die Unvermeidlichkeit, dass alle grossen Künstler des Vinylzeitalters irgendwann auf das digitale Medium umsteigen würden. Es dauerte jedoch nochmals ein halbes Jahrzehnt, bis die Beatles auch auf Spotify zu hören waren.

January 2011

Britney Spears bringt Dubstep in den Pop


Das Album «Femme Fatale» brachte die Pop-Legende Britney Spears Anfang des Jahrzehnts sofort wieder an die Spitze der Charts. Doch es war der Erfolg des Tracks «Hold It Against Me», der Auswirkungen weit über die beteiligten Künstler hinausgingen. Der Song war einer der ersten grossen Hits mit einem Dubstep-Breakdown und etablierte das Genre im Pop-Mainstream. Dies war ein Wegbereiter, sodass auch Justin Bieber, Flo Rida, Jay-Z und Kanye West später Dubstep auf ihren Tracks einbauten.

February 2011

erster Indie-Act gewinnt Grammy für «Album des Jahres»


Als Arcade Fire ihren Grammy für «Album des Jahres» erhielten, hatte die Band noch nicht mal einen Hit in den Billboard-Hot-100-Charts. Der Sieg war eine Bestätigung für eine Underground-Rock-Landschaft, welche durch Websites wie «Pitchfork» und «Stereogum» an Grösse zugenommen hatte. In der Folge darauf, spielten Indie-Veteranen wie LCD Soundsystem und The National in Arenen, ohne auch nur einen Hauch von Mainstream-Radio Zeit zu bekommen.

August 2011

Katy Perry schreibt Geschichte


Mit ihrem Album «Teenage Dream» stieg Katy Perry in die Spitzengruppe der Pop-Musik auf, als das Album, welches Stimmung und Sound mit Leichtigkeit veränderte, eine historische Glückssträhne hinlegte. Jede veröffentlichte Single katapultierte an die Spitze der Billboard-Hot-100-Charts. «Last Friday Night (T.G.I.F.)» war die fünfte Single des Albums welche veröffentlicht wurde und Perry in die Geschichte eingehen liess. Perry war die erste weibliche Künstlerin, die fünf aufeinanderfolgende Nr. 1-Hits von einem Album erreichte und zog mit Michael Jackson gleich, was die Anzahl der Hot-100-Topper von einem einzelnen Album in der Geschichte von Billboard angeht.

February 2012

Whitney Houston tot aufgefunden


In einer Badewanne im Beverly Hilton Hotel in Los Angeles wurde Whitney Houston tot aufgefunden. Ein veröffentlichter Bericht des Gerichtsmediziners gab als Todesursache Ertrinken durch Unfall an, wobei Herzerkrankungen und Kokainkonsum als mitwirkende Faktoren genannt wurden. Im Jahr 2020 wurde Houston in die Rock and Roll Hall-of-Fame aufgenommen.

February 2012

Durchbruch von Lip-Synch-Videos


Seit dem Aufstieg von «Musical.ly» und «Lip Sinc Battle» gewannen Lip-Synch-Videos immer mehr an Popularität. Den ersten greifbaren Erfolg hatten die Lip-Synch-Videos mit der Durchbruchssingle «Call Me Maybe» des kanadischen Popstar Carly Rae Jepsen. Die Single erhielt einen Schub, als Justin Bieber neben Stars wie Selena Gomez und Ashley Tisdale in solch einem veröffentlichten Video zu sehen war. Dank dem Lip-Synch-Video wurde der Song zu einem viralen Erfolg.

June 2012

Erster öffentlich schwuler Künstler an Chartspitze


Es war weder ein Ereignisalbum noch wurde es mit Gold ausgezeichnet. Aber «Trespassing» von Adam Lambert war ein gutes Album eines sehr guten Popkünstlers und zumindest eine Woche lang war es ein bescheidenes historisches Album. Denn es erreichte die Spitze der Billboard-200-Charts und machte Lambert zum ersten offenen schwulen männlichen Künstler, der die Charts anführte. Es war ein stiller Meilenstein und einer von vielen wichtigen Schritten für die LGBTQ+-Gemeinschaft in der Popmusik.

July 2012

Gangnam Style


Es gibt populäre und es gibt virale Hits. Und dann gibt es noch allgegenwärtige Hits wie Psy’s «Gangnam Style», der hunderte von Millionen Menschen mit der koreanischen Popmusikszene über ein Musikvideo und einen globalen Tanzwahn vertraut machte. Am 21. Dezember 2012 wurde das Musikvideo, das erste YouTube-Video, das eine Milliarde Aufrufe erreichte. Die weltweite Popularität des Videos war eine Fallstudie für die Macht und Unberechenbarkeit von viralen Internetinhalten.

November 2012

Adeles «21» mit Diamant zertifiziert


Seit Ushers «Confessions» war kein neues Album erschienen, dass mit dem Diamant-Zertifikat (achtstellige Verkaufszahlen) ausgezeichnet wurde, oder auch nur in die Nähe kam. Zur Ausnahme von jeder Regel, die wir über die Verkaufszahlen des 21. Jahrhunderts gelernt zu haben glaubten, wurde Adele. Ihr Album «21», brachte drei Nr-1-Hits in den Billboard-Hot-100-Charts hervor, führte 24 Wochen lang die Billboard-200-Charts an und gewann so gut wie jeden denkbaren Grammy. So erhielt das Album weniger als zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung die Diamant-Zertifizierung der RIAA (Recording Industry Association of America). Es war die letzte Diamant-LP, zumindest bis Adele's nächstes Album veröffentlicht wurde, versteht sich.

February 2013

Beyoncé performt am Super Bowl


Mit dem Album «4» hatte Beyoncés ihr kommerziell am wenigsten erfolgreiches Album hinter sich und die Super Bowl-Halbzeitshow kämpfte damit ihre Identität zu finden, nachdem der Auftritt von The Who im Jahr 2010 ziemlich endgültig bewiesen hatte, dass die klassische Rock-Ära des Super Bowls vorbei war. Trotzdem meisterte Beyoncé ihr Set mit neuen und alten Singles, einschliesslich eines Destiny’s Child-Reunion-Miniset meisterhaft. Der Auftritt wurde gelobt, die Halbzeitshow war wieder da, und Beyoncé hat sich als zuverlässiges Geschäftsmodell für Grossveranstaltungen für den Rest des Jahrzehnts erwiesen.

April 2013

Country meets Hip-Hop


Als die Single «Cruise» der Country-Band, Florida Georgia Line, die Charts eroberte, war die Band ohne Plattenvertrag. Der Erfolg führte zu einem Plattenvertrag, wobei Scott Borchetta, CEO der Plattenfirma, die Chance sah, einen Remix mit dem Rapper, Nelly, zu produzieren. Der Remix mit Hip-Hop-Akzenten stieg erneut in die Charts ein und erreichte Platz 4 der Billboard-Hop-100-Charts. Der Remix wurde nicht nur zum meistverkauften Country-Download aller Zeiten, sondern wurde auch zum Sinnbild für die verschwimmenden Grenzen zwischen den Pop-Genres.

April 2013

Kombination aus Disco und Funk


Rapper Pharrell Williams machte bereits seit den frühen 1990er Jahren Musik, ebenso wie das maskierte französische Duo Daft Punk. Doch als sie beschlossen zusammenzuarbeiten, kreierten sie mit «Get Lucky» einen Hit der weltweit an die Spitzen der Charts stürmte. Das Retro-Motiv, eine Kombination aus Disco und Funk, wurde unglaublich populär und zog unzählige Remixe und Coverversionen nach sich.

August 2013

Miley Cyrus und Robin Thicke schockieren die Welt


Der ehemalige Kinderstar Miley Cyrus hatte sich mit ihrem Album «Bangerz» neu erfunden und wer sich auf diese Entwicklung nicht geachtet hatte, wurde bei den MTV Video Music Awards eines Besseren belehrt. Die Leadsingle «We Can’t Stop», ein drogenanspielender Hip-Hop beeinflusster Song, sollte Cyrus in einem gemeinsamen Medley mit Robin Thicke performen. Thicke's eigener Hit «Blurred Lines» war wegen seines ultra expliziten Musikvideos und des problematischen Textes umstritten. Mit der Aufregung über ihren twerk-lastigen Auftritt, der unter anderem der rassistischen Aneignung beschuldigt wurde, brachten die beiden den Kurznachrichtendienst Twitter ins Trudeln und beherrschten wochenlang die Nachrichten. Miley Cyrus hatte ihre Karriere seitdem mehrfach neu gestaltet, aber Thicke hatte sich nie ganz davon erholt.

December 2013

Beyoncé Album überrascht die Welt


Ohne Vorwarnung veröffentlichte Beyoncé 14 neue Songs und 17 Videos in einem, wie sie es nannte, «visuellen Album», das den Titel Beyoncé trägt. Auch Ehemann Jay-Z und die zweijährige Tochter Blue Ivy wirkten mit. Die Platte, die in einer Pressemitteilung als «nicht-lineare Reise durch die Gedanken und Visionen von Beyoncé» beschrieben wurde, die «als umfassendes audio-visuelles Werk von oben nach unten konsumiert werden soll» - löst eine Welle von Überraschungsalben in den nächsten Jahren aus, da Künstler erkannten, dass überraschende Veröffentlichungen im digitalen Streaming-Zeitalter genauso viel Wirkung haben können wie monatelange Vorbereitungen.

March 2014

Movie-Soundtracks wieder beliebter


Das Zeichentrick-Musical «Frozen» von Disney war ein grosser Erfolg und ebenso sein Soundtrack. Mit der Power-Ballade «Let It Go» von Idina Menzel brachte der Film einen Hit hervor, der sich über vier Millionen Mal verkaufte. Der Soundtrack erreichte sogar für fünf Wochen die Spitze der Billboard-Hot-100-Charts. Das ist länger als jedes andere filmbegleitete Set seit dem Titanic-Soundtrack. Nach einer relativ Ruhen Phase zeigte sich, dass On-Set-Tracks wieder im Kommen waren. In den nächsten drei Jahren erreichten Soundtracks von «Guardians oft he Galaxy», «Fast & Furious 7», «Suicide Squad» und «Fifty Shades Darker» die Spitze der Charts.

May 2014

Aufzugsvideo mit Jay-Z, Beyoncé und Solange veröffentlicht


Das online Magazin «TMZ» veröffentlichte ein Video, in welchem Solange Knowles, die Schwester von Beyoncé, Jay-Z nach dem Met-Ball in einem Aufzug körperlich angriff, während Beyoncé zusah und ein Bodyguard versuchte einzugreifen. Monatelang kursierten Gerüchte darüber, was zu der Situation geführt hatte und wie sie so öffentlich wurde, denn Beyoncé und Jay-Z sind ein notorisch privates Paar. Die Carters mussten die Spekulationen ertragen, während sie gerade ihre gemeinsame Welttournee beendeten. Schliesslich erfuhr die Öffentlichkeit alle Details mit «Lemonade». Es war das sechste Album von Beyoncé, welches von der Kritik gefeiert wurde. Das Album zeigte den Verrat, den Schock, die Wut, die Akzeptanz und die Vergebung, die Beyoncé durchmachte, nachdem sie herausgefunden hatte, dass Jay-Z sie betrogen hatte.

June 2014

Shawn Mendes Durchbruch


Mittels der Social-Media-App «Vine» startete die Karriere des heutigen Superstars Shawn Mendes. Der kanadische Teenager erreichte eine halbe Milliarde Views auf seinen Sechs-Sekunden-Covern von Justin Bieber und Ed Sheeran. 2013 wurde er dadurch von einem Künstlermanager entdeckt und zu dem Megastar der er heute ist avanciert. Im Sommer 2014 veröffentlichte er seine erste eigene Single «Life of the Party». Er wurde der jüngste Debütant in den Top 25 der US Billboard Hot 100.

October 2014

Kesha klagt gegen Dr. Luke


Dr. Luke brachte Anfang der 2010er Jahre die Karriere von Kesha ins Rollen und nahm sie bei seinem Label «Kemosabe Records» unter Vertrag. Auch der Sound von Ihrem Debütalbum «Animals» sowie der anschliessenden Alben «Cannibal» und «Warrior» ist zum Teil dem Produzenten Dr. Luke zu verdanken. Als Kesha Dr. Luke jedoch wegen emotionalen Missbrauchs und sexuellen Übergriffe verklagte, nahm die Situation plötzlich eine düstere Wendung. Dr. Luke reichte eine Gegenklage ein und ein jahrelanger Rechtsstreit begann. Während Kesha noch immer nicht aus ihrem bindenden Vertrag entlassen wurde, wurde Dr. Luke, einst herausragender Hitmacher der Popmusik, seither von der Musikindustrie gemieden.

November 2014

Taylor Swift im Streit mit Musik-Streaming


Als Protest gegen das kostenlose Angebot der Streaming-Dienste, zog Taylor Swift abrupt ihren gesamten Katalog von Spotify ab. Sie schrieb eine Botschaft an die Welt: «Musik ist Kunst, und Kunst ist wichtig und selten. Wichtige, seltene Dinge sind wertvoll. Wertvolle Dinge sollten bezahlt werden.» Der Superstar kehrte 2017 zu Spotify zurück, aber ihre vorübergehende Abwesenheit veranlasst die Branche, einen Schritt zurückzutreten und zu erkennen, wie viel Macht Künstler in der Streaming-geführten Ära wirklich ausüben können.

November 2014

Taylor Swift: vom Country- zum Popstar


Taylor Swift war Ende der 2000er Jahre der grösste Country-Superstar der Welt, bevor sie in den 2010er Jahren einen kompletten Pop-Crossover anstrebte. Als Swift ihr Album «1989» veröffentlichte, gipfelte ihr Erfolg in der grössten Verkaufswoche ihrer Karriere und innerhalb mehr als einem Jahrzehnt. Das Album verkaufte sich in der ersten Woche 1,287 Millionen Mal und war Teil einer totalen Übernahme der Charts, was auch dazu führte, dass Swift bei den Grammys 2016 das Album des Jahres gewann. Ab diesem Zeitpunkt war Taylor Swift nicht mehr nur der grösste Country-Superstar sondern auch mit Sicherheit der grösste Popstar.

February 2015

Justin Bieber auf «Jack Ü»-Album


Die beiden Superstar-Produzenten Skrillex und Diplo hatten während einer gemeinsamen 24-stündigen DJ-Performance ihr Kollaborationsprojekt «Jack Ü» dem ahnungslosen Publikum vorgestellt. Das Set wurde von «Take Ü There» angeführt, einer Zusammenarbeit mit Pop-Talent Kiesza und der Rap-Legende Missy Elliott im Remix. Trotzdem wurde der grösste Starauftritt gegen Ende übertroffen, als Justin Bieber unerwartet beim dramatischen Höhepunkt von «Where Are Ü Now» auftauchte, obwohl sich Bieber nach seinen jahrelangen Mini-PR-Katastrophen immer noch im Pop-Exil befand. Der Song war ein sich langsam aufbauender Hit, der nicht nur Bieber's Karriere wiederbelebte, sondern auch Skrillex und Diplo als A-Listen-Pop-Produzenten sowie als Underground-Dance-Helden etablierte.

March 2015

Zayn Malik verlässt One Direction


Eine Boyband mehr mit einem Mitglied weniger. Es war der Tag an dem die grösste Boyband der 2010er Jahre bekannt gab, dass Zayn Malik beschloss One Direction (1D) nach fünf unglaublichen Jahren zu verlassen. Weltweit brachen die Herzen der Fans und es wurde intensiv spekuliert, ob bald die gesamte Band getrennte Wege gehen würde. Noch im selben Jahr brachten 1D, mit den verbleibenden Mitgliedern ein weiteres Album heraus, bevor sie sich in eine Pause verabschiedeten. Seitdem hat die Band jedoch an Einfluss gewonnen, da alle Mitglieder, Harry Styles, Niall Horan, Liam Payne und Louis Tomlinson, Hits in den Billboard-Hot-100-Charts hatten.

September 2015

Soundtrack «Hamilton»


Der Erfolg von Frozen's «Let It Go» war kein einmaliger Moment für Soundtracks. Der Soundtrack zu Hamilton, einem Musical über Alexander Hamilton feierte ein rekordverdächtiges Chart-Debüt. Die Cast-Aufnahme debütierte auf Platz 12 der Billboard 200-Charts, eine noch nie dagewesene Zahl. Es zeigte, dass eine Cast-Soundtrack-LP im 21. Jahrhundert als kraftvolles, zusammenhängendes, berauschendes Pop-Erlebnis funktionieren kann.

November 2015

Terroranschläge verändern Sicherheit an Konzerten


Während einem Konzert der Band Eagles of Death Metal im Bataclan in Paris, wurde das Publikum von Terroristen angegriffen, die mit automatischen Gewehren, Granaten und Selbstmordwesten hantierten. Fast 100 Menschen starben. Zwei Jahre später tötete eine Bombe 22 Menschen bei einem Ariana Grande-Konzert in Manchester. In der Folge begannen Konzertveranstalter, extreme Sicherheitstaktiken wie Dampfspürhunde und Anti-Drohnen-Technologie zu testen. Denn während es bei der Sicherheitsbranche früher vor allem um die Kontrolle von Menschenmengen ging, musste sie sich nun auch vor gewalttätigen Angriffen schützen.

December 2015

Adeles «25» bricht den Verkaufsrekord in der ersten Woche


Eineinhalb Jahrzehnte lang stand der Erstwochen-Verkaufsrekord von *NSYNC in den Geschichtsbüchern. Doch Adeles drittes Album «25» brach den Rekord nicht nur, sondern übertraf ihn, indem das Album in der ersten Woche erstaunliche 3,38 Millionen Mal verkauft wurde. In dieser Woche machte die Platte 41 Prozent aller Albumverkäufe in Amerika aus, also doppelt so viel wie die Alben auf den Plätzen 2 bis 100 der Billboard-200-Charts zusammen.

January 2016

David Bowie verliert gegen den Krebs


Der englische Musiker David Bowie starb in seinem Haus in New York City, nachdem er 18 Monate lang an Leberkrebs gelitten hatte. Er starb zwei Tage nach der Veröffentlichung seines fünfundzwanzigsten Studiualbums «Blackstar», welches am selben Tag wie seinem Geburtstag erschien.

January 2016

Rihanna's «ANTI» erhält Platin


Die Veröffentlichung von Rihanna’s Album «ANTI», welches ausschliesslich über Tidal veröffentlicht wurde, verlief holprig. Trotzdem wurde das Album bei seinem Erscheinen, als eines der persönlichsten und durchweg schillerndsten Werke der Künstlerin, als Triumph gefeiert. Es war auch ein enormer kommerzieller Erfolg, der fünf mit Platin ausgezeichnete Singles hervorbrachte und selbst in weniger als einem Tag kommerzieller Verfügbarkeit Platin erreichte. Oder doch nicht? Die RIAA erkannte die 1,4 Millionen Downloads an, die das Album in den ersten 15 Stunden über Tidal absetzte, aber da die Downloads für die Fans kostenlos waren und von Samsung im Voraus gekauft wurden, wurden sie nicht für die Billboard-Zahlen gezählt. Ein paar Tage später fügte die RIAA ihrer Zertifizierungsformel Streaming-Äquivalenzeinheiten hinzu.

April 2016

Prince stirbt an einer Unmenge von Fentanyl


Im April 2016 ging Prince, Prince Rogers Nelson, der für seine extravagante, androgyne Persönlichkeit und grosse Stimme bekannt war, von uns. Um seinen tragischen Tod gab es Spekulationen, nachdem er in seinem Anwesen in Minneapolis tot aufgefunden wurde. Prince litt unter chronischen Schmerzen und nahm deshalb Fentanyl um diese zu bekämpfen. In einem toxikologischen Bericht, der der Associated Press vorlag, wurde enthüllt, dass in Prince's Blut, Leber und Magen eine solch hohe Menge des synthetischen Opioids gefunden wurde, die ihn zweifellos getötet hat.

April 2016

Beyoncé stellt «Lemonade» vor


Als Künstlerin einer gesamten Generation stellte Beyoncé ihr multimediales Beispiel auf dem Sender HBO vor: das visuelle Album «Lemonade». Wenn Beyoncé noch Welten zu erobern hatte, dann hat sie das mit «Lemonade» mit einem einzigen Schlag erreicht. Das Album hat zwar nie einen echten Pop-Radiohit hervorgebracht, aber dennoch das ganze Jahr über die Diskussion beherrscht. Das Album war ikonisch genug, um bei «Saturday Night Live» (SNL) parodiert, von Präsidentschaftskandidaten diskutiert und bei den VMAs im Wesentlichen theatralisch inszeniert zu werden. Der Standard für Pop-Produktionen, den Queen Bey mit ihrem selbstbetitelten Album «Beyoncé» zweieinhalb Jahre zuvor gesetzt hatte, wurde durch das Album in jedem Sinne angehoben.

June 2016

Christina Grimmie nach Konzert attackiert


Nachdem Christina Grimmie, ehemalige Kandidatin bei «The Voice», ein Konzert in Orlando, Florida gab, wurde sie bei einem Meet&Greet von dem 27-jährigen Kevin James Loibl angegriffen. Loibl schoss mehrfach auf Grimmie, wobei sie durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde. Der Täter wurde unmittelbar nach der Schussabgabe durch Grimmie’s Bruder zu Boden gerungen, wobei er sich jedoch befreien konnte und sich selbst erschoss. Christina Grimmie`s Tod wurde später in einem Krankenhaus festgestellt.

September 2016

The Chainsmokers erklären sich


Kurz nachdem ihr weltberühmtes Halsey-Duett «Closer» sie zum ersten Mal an die Spitze der Hot 100 gebracht hatte, feierten The Chainsmokers in einer Billboard-Titelgeschichte ihre Coming-out-Party. In der Geschichte wurden sie der Welt zunächst als Act hinter dem Hit «SELFIE» und dann als Produzenten hinter einer Reihe von Frauen gesungenen Pop-Hits vorgestellt. Für einige vorsichtige Kommentare erntete das Duo viel Kritik, in denen es seine eigene Fratzenhaftigkeit betonte, sein Wissen über seine eigenen Social-Media-Kennzahlen darlegte und mit der Größe seines gemeinsamen Penis prahlte. Doch eines wurde durch das Porträt deutlich, EDM erlebte gerade seinen Silicon-Valley-Moment, und Andrew Taggart und Alex Pall waren die führenden Tech-Bros.

October 2016

Nostalgie zahlt sich aus


Das «Desert Trip»-Festival, auch bekannt als das «Coachella für alte Leute», bewies den Zweiflern das Gegenteil. Es wurde ein Killer-Festival mit beeindruckenden Auftritten von den Rolling Stones, Neil Young, Paul McCartney, Roger Waters, Bob Dylan und The Who. Der beispiellose finanzielle Umfang, drei-Tages-Tickets kosteten bis zu 1599 Dollar pro Person, führte zu einem rekordverdächtigen Bruttoergebnis von 160 Millionen Dollar. Das lag weit über den 94 Millionen Dollar, die Coachella einspielte.

December 2016

Camila Cabello verlässt Fifth Harmony


Und wieder verlor eine Band ein Mitglied. Vier Jahre nach der Gründung bei der TV-Show «The X Factor» war Fifth Harmony zu Amerikas grösster Girlgroup des Jahrzehnts geworden. Umso schockierender war es für die Harmonizer, wie die Fans genannt werden, als im Dezember Camila Cabello bekannt gab, dass sie die Gruppe verlassen würde. Cabello war das erste Mitglied der Gruppe, das sich mit Hit-Kollaborationen mit Shawn Mendes und Machine Gun Kelly auf Solopfaden versuchte und erfolgreich wurde. Ganz so reibungslos ging die Trennung jedoch nicht über die Bühne. Die Gruppe war sichtlich überrascht und enttäuscht von Cabellos Entscheidung, was zu einer ganzen Reihe von Andeutungen führte, was hinter den Kulissen wirklich vor sich ging.

December 2016

George Michael tot aufgefunden


An Weihnachten 2016 wurde George Michael tot, in seinem Bett, in seinem Haus aufgefunden. Michael lebte ein sehr privates Leben und ging nur selten auf Tournee, daher war es nicht weiter verwunderlich, dass er im Jahr zuvor kaum in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Eine Autopsie ergab, dass der ehemalige Frontmann von «Wham!» an einer Herzkrankheit litt. Sein Tod löste weltweit Schockwellen aus und erinnerte Millionen von Fans daran, dass Michael sich nie davor scheute, unvorstellbaren Erfolg zu verlassen, wenn er das Gefühl hatte, es sei Zeit für eine Veränderung.

January 2017

«Despacito»


Luis Fonsi und Daddy Yankee trotzen mit ihrem spanischen Hit «Despacito» der Schwerkraft, welcher in die Stratosphäre der Musik hochschoss. Das YouTube-Video war das erste mit fünf Milliarden Aufrufen und der meistgestreamte Track weltweit. Die grösste Leistung war jedoch, dass der Song die Sprachbarriere für Pop-Hits in den USA durchbrochen und dem Publikum gezeigt hatte, dass Musik nicht vollständig verstanden werden musste, um geliebt zu werden.

April 2017

«Despacito» erreicht neuen Höhepunkt


Luis Fonsi's und Daddy Yankees Hit «Despacito» war auf dem besten Weg, einer der wichtigsten Latin-Hits des Jahres 2017 zu werden. Doch als Justin Bieber für den Remix einsprang, beschleunigte dies die Entwicklung des Songs auf unnatürliche Weise und liess ihn in den Charts nach oben schnellen. Der Song wurde zu einem der grössten Hits des Jahres 2017 und zu einem der grössten des gesamten Jahrzehnts. Der Hit hielt sich rekordverdächtige 16 Wochen lang an der Spitze der Billboard-Hot-100-Charts, wobei die Auswirkungen tiefgreifend waren. Hits von Latin-Künstlern wie Maluma und J Balvin stiegen später, im gleichen Jahr, ebenfalls in die Charts ein und durchbrachen die Höchstwerte, die sie ein oder zwei Jahre früher hätten erreichen müssen.

June 2017

One Love Manchester


Am 22. Mai 2017 wurde mit einer Sprengladung ein Selbstmordattentat, in der Manchester Arena in Manchester nach einem Konzert von Ariana Grande, verübt. 23 Menschen, darunter der Attentäter, wurden getötet und 116 wurden schwer verletzt. Wenige Stunden nach Ende des Konzerts hatte sich Grande via Twitter und Facebook zu Wort gemeldet: «Mein Herz ist gebrochen. Es tut mir unendlich leid. Mir fehlen die Worte.» Sie unterbrach ihre Tournee und gab später bekannt, ein Benefizkonzert in Manchester für die Opfer des Anschlags zu organisieren. Das Benefizkonzert fand am, 4. Juni 2017 im Old Trafford Cricket Ground in Manchester statt und wurde von etwa 50’000 Menschen besucht. Weitere Künstler waren unter anderem Justin Bieber, The Black Eyed Peas, Coldplay, Miley Cyrus, Niall Horan, Little Mix, Katy Perry, Take That, Pharrell Williams, Marcus Mumford und Robbie Williams. Die Erlöse des Konzerts gingen an den Nothilfefonds We Love Manchester Emergency Fund, der nach dem Anschlag in der Manchester Arena von der Stadt Manchester und dem Britischen Roten Kreuz eingerichtet wurde. Die Veranstaltung wurde in mindestens 38 Ländern übertragen.

July 2017

Chester Bennington nimmt sich das Leben


Das siebte Album von Linkin Park «One More Light» hatte Platz eins der Billboard-Charts erreicht und die Band stand kurz vor einer Nordamerika-Tournee, als sich ihr Frontmann Chester Bennington, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand, sich das Leben nahm. «Es ist der Engel und der Dämon, der auf beiden Schultern sitzt», sagte der 30 Seconds to Mars-Frontmann Jared Leto einmal über Benningtons Stimme. Bennington kämpfte mit inneren Dämonen wobei Depressionen und Drogenmissbrauch ihn bis ins Erwachsenenalter verfolgten. Trotz allem strahlte Bennington eine positive Zuversicht aus, was seinen Tod umso rätselhafter macht. Zum Zeitpunkt seines Todes, der als Selbstmord durch Erhängen genannt wurde, war er nach Angaben seiner Freunde erst seit sechs Monaten nüchtern.

October 2017

«Bodak Yellow» erreicht die Spitze


Cardi B krönte sich mit ihrer Debütsingle «Bodak Yellow», ein knallharter, klugscheissender, von Kodak Black inspirierter Banger, zur aufregendsten neuen Künstlerin im Hip-Hop. Der Hit elektrisierte alle Ebenen der Musikwelt und löste Taylor Swift's «Look What You Made Me Do» an der Spitze der Billboard-Hot-100-Charts ab. Der Song war eine längst überfällige Bestätigung für Frauen im Rap, es war der erste Nummer-1-Hit einer weiblichen Rap-Solomusikerin seit fast zwei Jahrzehnten.

April 2018

Beyoncé's Coachella


In dem, was vielleicht für immer als «Beychella» (Beyoncé’s Coachella) bekannt sein wird, zeigt die 2018er Version des Festivals in der kalifornischen Wüste. Der Superstar marschierte mit einer hundertköpfigen Crew auf die Bühne und zeigte mit einer Schar von Multi-Genre-Freunden und Familienmitgliedern und einer dramatisch neuen Vision, was das traditionell rockorientierte Musikfestival sein kann. Der Überraschungsgast J Balvin schrieb Geschichte, indem er den spanischsprachigen Song «Mi Gente» performte, der auch die Bühne für sein komplettes Set beim Coachella im nächsten Jahr mit Rosalía, Sean Paul bereitete.

November 2018

Ariana Grande veröffentlicht «Thank U, Next»


Mit Spannung wurde Ihre Rückkehr ins Rampenlicht mit dem Album «Sweetener» erwartet und schliesslich auch gefeiert. Was niemand wusste, war, dass sich Ariana Grande einen Hit bis zum Jahresende aufbewahrt hatte und veröffentlichte unerwartet «Thank U, Next» an einem Samstagabend im November. Der Song, der sich an mehrere ihrer berühmten Ex-Freunde wendet, war sowohl wegen seiner Direktheit als auch wegen der Schnelligkeit seiner Veröffentlichung verblüffend. Der Hit folgte nur vier Monate nach «Sweetener» und leitete bereits einen neuen Albumzyklus ein. Doch Grande wollte damit aus der Pop-Mentalität ausbrechen, für jeden neuen Song und jedes neue Album einen ganzen Promo-Zyklus zu benötigen und stattdessen nur dann Musik zu veröffentlichen, wenn ihr danach ist. Es war ein Modell, dem viele Hip-Hop-Stars seit langem folgen und das zum Ende des Jahrzehnts immer mehr Hits hervorbrachte.

April 2019

jüngste Künstlerin an Chartspitze


An der Spitze der Billboard-Charts im Jahr 2019 war eine Jugendbewegung mit Hits von Künstlern wie Lil Nas X, Khalid und Shawn Mendes. Die Anführerin war zweifellos Billie Eilish, die mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums «When We All Fall Asleep, Where Do We Go?» den Status eines Superstars erreichte. Das Album sorgte sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Streams für Furore. Ihr Song «Bad Guy» brachte ihren ersten Nummer-1-Hit in den Hot-100-Charts hervor. So wurde Eilish im Alter von 17 Jahren zur ersten Künstlerin, die seit der Jahrtausendwende geboren wurde, welche die Spitze der Billboard-Charts erreichte und zur jüngsten Künstlerin insgesamt seit Demi Lovato zehn Jahre zuvor. Die Ablösung in der Popmusik für das nächste Jahrzehnt war offiziell eingeleitet.

May 2019

K-Pop in Amerika


BTS, eine koreanische Gruppe bestehend aus sieben Mitgliedern, wurde als Act ausgewählt, um die Sommerkonzertreihe von «Good Morning America» zu eröffnen. Ein Auftritt, für den viele aufstrebende Pop-Acts in den Staaten töten würde. BTS ist nicht nur die erste koreanische Gruppe, die auf eine ausverkaufte US-Stadiontournee ging, sondern schaffte es auch in die Shows von «Saturday Night Live» und «The Late Show with Stephen Colbert» sowie in das Lineup der Billboard Music Awards.

July 2019

Scooter Braun erwirbt Taylor Swift's Musikkatalog


In einem Post auf ihrer Tumblr-Seite reagierte Taylor Swift mit deutlichen Worten auf die erschütternde Nachricht, dass der Musikmanager Scooter Braun über einen Deal mit Swift's ehemaligem Label die Master ihres Backkatalogs erworben hatte. «Das ist mein Worst-Case-Szenario.», schrieb Swift in dem Post. Weiter fuhr sie fort, wie sie sich in der Vergangenheit von Braun persönlich schikaniert gefühlt hatte und wie sie sich verraten fühlte, dass ihr alter Labelboss Scott Borchetta ihren Katalog in seine Hände legen würde. Dies war nur der Auftakt zu einem erbitterten öffentlichen Streit zwischen Swift und den beiden Managern, der in der gesamten Branche die Frage aufgeworfen hat, was es für einen Künstler bedeutet, nicht seine eigene Musik zu besitzen.

August 2019

J Balvin Lollapalooza-Headliner


Viele fragen sich ob der Latin-Pop-Boom in den USA ein Trend sei, nachdem «Despacito» Chartgeschichte geschrieben hatte, wie es zum Beispiel bei Marc Anthony und anderen um die Jahrtausendwende der Fall war. Doch stattdessen wuchsen die grössten Künstler des Latin-Pop immer weiter in ihrer Fangemeinde und Streamingzahlen und am Ende des Jahrzehnts waren sie in den USA vollwertige Popstars. Einen wichtigen Massstab setzte J Balvin, der als erster Latino-Künstler das jährliche Lollapalooza-Festival in Chicago anführte. Es war ein historischer Moment, der zeigte, wie global die Popmusik im Laufe des Jahrzehnts geworden ist.

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