May 1959
Die erste Grammy-Verleihung
In einem mit Stars gespickten Los Angeles fand die erste Grammy-Verleihung statt und wurde von der National Academy of Recording Arts & Sciences (NARAS) präsentiert. Im Grand Ballroom des Beverly Hilton versammelten sich die Stars und Sternchen zu einem Galadinner und der Preisverleihung. Insgesamt wurden 28 Preise, unteranderem an Frank Sinatra, verliehen. Gemäss Christine Farnon, einer der Hauptorganisatorinnen der Show, welche später Executive Vice President der Academy wurde, waren die Grammy Awards von Anfang an eine formelle Veranstaltung und sehr zeitgemäss. «Wenn ich mich recht erinnere, hatte damals niemand etwas dagegen, im Smoking zu erscheinen, aber das sollte sich, wie so vieles andere auch, später ändern.», führte Farnon fort.
October 1962
James Brown: Live im Apollo
Das Album «Live at the Apollo» von James Brown war das erste millionfach verkaufte R&B-Album und eine Momentaufnahme von einem der grössten Soul-Acts. Durch das Album etablierte sich Brown als R&B-Superstar, worauf das Album im Jahr 1998 in die Grammy Hall-of-Fame aufgenomen wurde, und 2003 vom Rollig Stone Magazin auf Platz 25 seiner Liste der 500 besten Alben aller Zeiten gesetzt wurde.
March 1972
Frauen dominieren die 14. Grammy Awards
Frauen dominierten die Grammy-Verleihung im Jahr 1972 und gewannen alle vier Spitzenkategorien. Carole King wurde für die Platte, das Album und den Song des Jahres ausgezeichnet, während Carly Simon den Preis für die beste neue Künstlerin erhielt.
November 1990
Milli Vanilli Lip Synched
Als bei einem Auftritt das Playbackband stehen blieb, wurde dem Publikum offengelegt, dass die beiden Tänzer der Euro-Dance-Band Milli Vanilli nicht selbst sangen, worauf der Band ihr Grammy für «Best New Artist 1990» entzogen wurde.
March 1995
Selena Quintanilla-Pérez wird erschossen
Der mexikanisch-amerikanische Popstar Selena Quintanilla-Pérez arbeitete zum Zeitpunkt ihrer Ermordung gerade an ihrem englischen Crossover-Album «Dreaming of You». Yolanda Saldívar, Managerin von Selena`s Fanklub und Modeboutique, stand unter dem Verdacht der Veruntreuung von Geldern. Als Saldívar von der Familie Quintanilla zur Rede gestellt wurde, traff Saldívar Selena mit einem tödlichen Schuss. Ein Jahr zuvor gewann Selena ihren einzigen Grammy für «Selena Live!». Drei Monate nach ihrem Tod erreichte sie Platz eins der US. Billboard-200-Charts, was eine Premiere für einen lateinamerikanischen Künstler in der Geschichte war. Eine andere in den USA geborene Latina, Jennifer Lopez, schaffte ihren eigenen Durchbruch mit der Rolle der Sängerin in dem berühmten Biopic «Selena» aus dem Jahr 1997.
December 1995
«California Love» by 2Pac
2Pac war nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Mann der Poesie und des Theaters. Er trat sogar in Shakespeare-Stücken auf und schrieb Gedichte. 2Pac war ein wortgewandter Mensch, der seine Bildung auf seine Musik anwendete. Eine von 2Pacs bekanntesten und erfolgreichsten Singles «California Love» wurde am 03. Dezember 1995, als Comback-Single nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 1995, veröffentlicht. Es war auch seine erste Single als neuester Künstler von Death Row Records. Der Song wurde 1997 posthum für einen Grammy Award in der Kategorie Best Rap Performance by a Duo or Group (mit Dr. Dre und Roger Troutman) nominiert.
May 2000
Die zukünftige Grösse des Rap
Mit der Veröffentlichung seines aufgenommenen zweiten Albums «Marshall Mathers LP» festigte Eminem seinen Platz als zukünftige Grösse des Raps. Das Album verkauft sich in der ersten Woche 1,76 Millionen Mal und beschert dem Rapper später zwei Grammys.
February 2011
erster Indie-Act gewinnt Grammy für «Album des Jahres»
Als Arcade Fire ihren Grammy für «Album des Jahres» erhielten, hatte die Band noch nicht mal einen Hit in den Billboard-Hot-100-Charts. Der Sieg war eine Bestätigung für eine Underground-Rock-Landschaft, welche durch Websites wie «Pitchfork» und «Stereogum» an Grösse zugenommen hatte. In der Folge darauf, spielten Indie-Veteranen wie LCD Soundsystem und The National in Arenen, ohne auch nur einen Hauch von Mainstream-Radio Zeit zu bekommen.
October 2012
Mumford & Sons's «Babel»
Nachdem das Debütalbum «Sigh No More» von Mumford & Sons zu einem der heimlichen Bestseller des frühen Jahrzehnts geworden war, wurden die hochgesteckten Erwartungen mit der atemberaubenden ersten Woche des zweiten Albums «Babel» erfüllt. Das Album, welches durch seine hymnischen Refrains geprägt ist, gewann einen Grammy für das Album des Jahres und schon bald spielte jeder, von Imagine Dragons über Avicii bis hin zu One Direction «Stadion-Folk».
November 2012
Adeles «21» mit Diamant zertifiziert
Seit Ushers «Confessions» war kein neues Album erschienen, dass mit dem Diamant-Zertifikat (achtstellige Verkaufszahlen) ausgezeichnet wurde, oder auch nur in die Nähe kam. Zur Ausnahme von jeder Regel, die wir über die Verkaufszahlen des 21. Jahrhunderts gelernt zu haben glaubten, wurde Adele. Ihr Album «21», brachte drei Nr-1-Hits in den Billboard-Hot-100-Charts hervor, führte 24 Wochen lang die Billboard-200-Charts an und gewann so gut wie jeden denkbaren Grammy. So erhielt das Album weniger als zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung die Diamant-Zertifizierung der RIAA (Recording Industry Association of America). Es war die letzte Diamant-LP, zumindest bis Adele's nächstes Album veröffentlicht wurde, versteht sich.
January 2014
Der Grammy, der keiner ist
Macklemore’s vier Grammy-Auszeichnungen überschatteten beinahe seine Nachricht an den ebenfalls nominierten Kendrick Lamar. «Du wurdest beraubt», für das beste Rap-Album und «Ich wollte, dass du gewinnst. Das hättest du tun sollen. Es ist seltsam und es ist scheisse, dass ich dich beraubt habe», teilte Macklemore Stunden später an Lamar mit. In einem Social-Media-Post an seine Fans behauptete Macklemore, Lamar habe den Grammy für das beste Rap-Album verdient. Ein Moment, der sowohl für die wachsende Macht der Künstler über den Mediendiskurs als auch für den schwindenden Einfluss der tatsächlichen Ergebnisse der Preisverleihungen steht.
November 2014
Taylor Swift: vom Country- zum Popstar
Taylor Swift war Ende der 2000er Jahre der grösste Country-Superstar der Welt, bevor sie in den 2010er Jahren einen kompletten Pop-Crossover anstrebte. Als Swift ihr Album «1989» veröffentlichte, gipfelte ihr Erfolg in der grössten Verkaufswoche ihrer Karriere und innerhalb mehr als einem Jahrzehnt. Das Album verkaufte sich in der ersten Woche 1,287 Millionen Mal und war Teil einer totalen Übernahme der Charts, was auch dazu führte, dass Swift bei den Grammys 2016 das Album des Jahres gewann. Ab diesem Zeitpunkt war Taylor Swift nicht mehr nur der grösste Country-Superstar sondern auch mit Sicherheit der grösste Popstar.
February 2017
Grammys heissen Streaming-Alben willkommen
Die Recording Academy kündigte an, dass ab sofort auch reine Streaming-Alben für die Grammys zugelassen werden. Chance the Rapper schrieb im nächsten Jahr Grammy-Geschichte, als «Coloring Book» die erste Grammy-gekrönte Platte wird, die keine physischen Kopien verkauft. «Ruhm oder vermeintlicher Erfolg, das kommt alles vom Gruppendenken», sagt einst Chance über seine persönliche Einstellung. Eine Philosophie, die auch für das Regelwerk der Grammys gilt.
January 2018
Frauen sollen bei den Grammys «aufstehen»
Eine Zeremonie bei den Grammys, die eine emotionale Aufführung von Kesha's Überlebenshymne «Praying» beinhaltete, zeigte den Mangel an weiblichen Nominierten in den Hauptkategorien auf. Da war es ein besonders schlechtes Timing für den Präsidenten der Recording Academy, Neil Portnow, eine Antwort auf eine Frage über die weibliche Repräsentation unter den Geehrten, bei der grössten Nacht der Musik, zu geben. «Es muss beginnen mit Frauen, die die Kreativität in ihren Herzen und Seelen haben», sagte Portnow nach der Show, «[Sie müssen] nach vorne treten, denn ich denke, sie wären willkommen.». Die Kommentare warfen ein weiteres Schlaglicht auf die Diskussion über das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bei den Grammys und in der gesamten Branche und führten zur Gründung der Recording Academy «Diversity & Inclusion» Task Force, während Portnow nach der Verleihung 2019 zurücktrat.
May 2018
«This Is America» debütiert bei SNL
Ein neuer sozial bewusster Hip-Hop-Superstar hatte seinen Moment der Krönung. Childish Gambino, alias der Film- und Fernsehstar Donald Glover, hatte sich im Laufe des Jahrzehnts vom Mixtape-Rapper zum Grammy-Gewinner entwickelt. Seinen grössten Erfolg feierte er jedoch, als er bei «Saturday Night Live» (SNL) auftrat und seine neue Single «This Is America» vorstellte, zu der er auch das kontroverse Video präsentierte. Der Clip löste mit seiner Mischung aus stilisierter Choreografie und der erbarmungslosen Darstellung von Gewalt, zwischen Schwarzen, viele Debatten aus. Die Single wurde zu einer Sensation und katapultierte auf Platz 1 der Billboard.Hot-100-Charts. Es war ein seltener Protestsong, der in einer turbulenten kulturellen Zeit die Charts anführte.