March 1951
Die allererste Rock'n'Roll-Platte
«Rocket 88» von Ike Turner, mit Jackie Brenston als Sängerin, gilt als die erste Platte dieses Genres, die veröffentlicht wurde. Denn wenn Rock’n’Roll durch dominante Gitarren, Blues-Elemente, Rhythmus, rohe Emotionen, rebellische Untertöne und verzerrte Gitarren definiert wurde, enthält die Platte alle Zutaten eines Rock’n’Roll-Songs.
March 1956
Anfänge der Konzeptalben
Frank Sinatra beschloss bei «Songs for Young Lovers», dass sein Album um ein zentrales Thema herum aufgebaut sein sollte. Das war grundsätzlich das erste Mal, dass ein Künstler ein «Konzeptalbum», ein Album, bei dem die einzelnen Titel zusammen eine grössere Bedeutung haben als für sich allein, erstellte. In der Regel geschieht dies mit einer zentralen Erzählung oder einem Thema, sei es instrumental, kompositorisch oder lyrisch.
February 1964
Die Beatles erobern Amerika
Die Beatles, die in Europa bereits die beliebteste Popgruppe waren, traten Anfang 1964 in der Fernsehshow von Ed Sullivan auf. Obwohl es schwierig war, den Auftritt über das Geschrei der Teenager-Mädchen im Studiopublikum zu hören, schalteten schätzungsweise 73 Millionen US-Fernsehzuschauer, also etwa 40 Prozent der US-Bevölkerung, ein, um zuzusehen. Kurz darauf landete das britische Rock'n'Roll-Quartett mit ihrem Song «I Want to Hold Your Hand» seinen ersten Nummer-1-Hit in den USA. Im März 1964 belegten sie in Amerika die ersten fünf Plätze der Charts. Die Beatlemania hatte Amerika definitiv erreicht.
May 1965
LSD kommt auf die Strasse
Der Chemiker Augustus Stanley Owsley III. fertigte im Mai 1965 das erste selbsthergestellte LSD her. Das Halluzinogen, veränderte die Popkultur in den folgenden zwei Jahren dramatisch, machte San Francisco zum Zentrum der Hippiebewegung und brachte Pet Sounds sowie ein ganzes Genre namens «Acid Rock» hervor.
May 1965
«(I Can’t Get No) Satisfaction»
Das berühmteste Riff der Rockgeschichte wurde von Keith Richards kreiert und ein immer noch jugendlicher Mick Jagger klingt plötzlich gelangweilt und gereizt. Als Die Rolling Stones «(I Can’t Get No) Satisfaction» veröffentlichten, war der Moment, in dem die Gruppe ihre amerikanischen Einflüsse hinter sich liessen. Rückblickend war es ein Vorzeichen für die Auflösung der Band, die noch kommen sollte.
July 1965
«Like a Rolling Stone» von Bob Dylan
Der Bewusstseinsstrom-Song von Bob Dylan ist sechs Minuten lang und beendete die Ära der weniger als dreiminütigen Popsongs. Der Song markiert den Höhepunkt, anhaltend von 1965 bis 1966, von Dylans intensivster Schaffensperiode. Es war auch die Geburtsstunde des modernen Rocksongs, wie wir ihn kennen.
July 1965
Bob Dylan spielt elektrische Gitarre
Bob Dylan betrat die Bühne des Newport Folk Festival in Lederjacke und Sonnenbrille und die Hölle brach los, als er eine E-Gitarre umklammerte. Die Absichtserklärung war direkt und provokativ, als er seine akustische Gitarre zugunsten einer elektrischen aufgab. Während das Publikum johlte, brachte Dylan schliesslich Rock- und Folkmusik näher zusammen. Ausserdem verlieh er dem Rock'n'Roll, der damals für seine meist leichten Texte bekannt war, eine intellektuellere, poetische Sensibilität.
December 1965
The Who: «My Generation»
Pete Townshend trug Union-Jack-Anzüge, zertrümmerte seine Gitarre und schrieb Songs, die die steigende Frustration der Teenager perfekt einfingen. The Who waren die aggressivste und künstlerischste britische Popgruppe Mitte der sechziger Jahre. The Who’s «My Generation» ist nach wie vor einer der Schlüsselmomente der britischen Popmusik.
February 1967
Verhaftung der Rolling Stones
Anfang des Jahres 1967 untermauerten die Rolling Stones ihren Ruf als Rock’n’Roll-Outlaws (gesetztlose), als Mick Jagger und Keith Richards verhaftet wurden. Die beiden Bandmitglieder befanden sich in Richards Villa im Besitz von Haschisch und Amphetaminen. Vor Gericht wurde Richards zu einem Jahr und Jagger zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, was zu dem berühmten Leitartikel der Times führte: «Who breaks a butterfly on a wheel?».
December 1967
Otis Redding stirbt bei Flugzeugabsturz
Es war ein Meilenstein in der Geschichte der Popmusik, als Otis Redding's unglaublicher Auftritt beim Monterey Pop Festival, nur sechs Monate vor seinem Tod, einem staunenden und elektrisierten weissen Rockpublikum die Soulmusik näherbrachte. Am 10. Dezember 1967 starb Redding bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Madison, Wisconsin, wo er an diesem Abend auftreten sollte. Zu dieser Zeit war Redding gerade dabei, die Aufnahmen von «(Sittin' On) the Dock of the Bay» abzuschließen. Ein «Folk-Soul»-Monument, das die rassistische und soziale Verheissung jenes Auftritts in Monterey in einen der kraftvollsten Songs aller Zeiten verwandelte. Redding etablierte sich mit Hits wie «Try A Little Tenderness» und seiner knallharten Coverversion von «Satisfaction» von den Rolling Stones als lebendige Kraft des R&B. «Elvis war der König des Rock», sagte Steve Cropper von Booker T & the MGs, dem nach Reddings Tod die Aufgabe zufiel, die endgültige Version von «Dock of the Bay» zu mischen, «Otis war der König des Soul».
January 1969
The Beatles letzter öffentlicher Auftritt
Eine der einflussreichsten Musikgruppen aller Zeiten hatte am 29. Januar 1969 ihren letzten öffentlichen Auftritt: Sie geben ein improvisiertes Konzert auf dem Dach ihres Londoner Aufnahmestudios. Nachbarn beschwerten sich über den Lärm, und die Polizei brach das Konzert ab. John Lennon beendete den Auftritt mit den Worten: «Ich möchte mich im Namen der Gruppe und von mir selbst bedanken und hoffe, dass wir das Vorspielen bestanden haben.» Im April 1970 gab Paul McCartney formell die Auflösung der Gruppe bekannt.
February 1969
Johnny Cash tritt im Gefängnis auf
Die Öffentlichkeit liebt Johnny Cash dafür, dass sich der «Man in Black» nicht an Regeln hielt und sich ausserhalb des Gesetzes bewegte und immer wieder damit in Konflikt geriet. Cash sympathisierte mit Gefängnisinsassen und setzte sich für eine Gefängnisreform ein. In den 1950er Jahren besuchte er sogar Gefängnisse und trat dort auf. Doch es war ein magischer Moment, als Cash am 24. Februar 1969 live im kalifornischen San Quentin-Gefängnis auftrat. Cash führte die widerspenstige Häftlingsschar mit einem energiegeladenen, rebellischen und im Grunde karrierebestimmenden Set an, auch weil er sich darüber ärgerte, dass ein britisches Filmteam das Konzert filmte.
July 1969
Brian Jones leblos im Pool gefunden
Das Gründungsmitglied, Brian Jones, der gemeinsam mit Mick Jagger und Keith Richards die Rolling Stones gründete, wurde im Alter von 27 Jahren tot auf dem Grund seines Swimmingpools aufgefunden. Polizeiangaben zufolge, sei er unter Alkohol- und Drogeneinfluss ertrunken. Jones entwickelte früh ein schweres Drogenproblem, das mitte der 1960er Jahren seine Gesundheit beeinträchtigte, ihn ins Gefängnis brachte und ihn von seinen Bandkollegen entfremdete. So wurde er im Monat vor seinem Tod von der Band ausgeschlossen.
August 1969
Woodstock Festival
Das groovigste Ereignis der Musikgeschichte - das Woodstock Music Festival - zu den Klängen von Jimi Hendrix' E-Gitarre geht zu Ende. Drei Tage lang wurden im Bundesstaat New York Frieden, Liebe und Rock'n'Roll gefeiert.
August 1969
Jimi Hendrix am Woodstock
Das Woodstock Festival war eine Massenblüte des Hippie-ideals und der Anfang vom Ende dieses Ideals. Jimi Hendrix spielte auf dem Festival die amerikanische Nationalhymne, wobei der verblüffende Angriff damals als politisches Statement gegen den Vietnamkrieg interpretiert wurde. Im Nachhinein kann die Performance jedoch als Abgesang auf die Ära des Friedens und der Liebe und auf Hendrix selbst gelesen werden.
December 1969
Rolling Stones am Altamont Festival
Da sich die Rolling Stones zu Majestäten des Rockgenusses und des Exzesses selbsternannten, schien es irgendwie passend, dass sie auch diejenigen waren, die die Totenwache für den Tod der Sechziger abhielten. Das Altamont Festival war das Gegenteil von Woodstock. Bewiesen wurde das auch durch die Ermordung von Meredith Hunter, einem jungen Afroamerikaner, der von Mitgliedern der kalifornischen Hell's Angels, die als Sicherheitsleute angeheuert worden waren, zu Tode geknüppelt wurde.
April 1970
Black Sabbath veröffentlichen Debütalbum
Obwohl «You Really Got Me» der Kinks aus dem Jahr 1964 von Rockkritikern als die erste Heavy-Metal-Single bezeichnet wurde, war die Veröffentlichung von Black Sabbath's erstem Album «John Peel's Sunday Show Radio Session», der Moment in dem Heavy-Metal in seiner ganzen lauten, stampfenden Pracht definiert wurde. Die vier britischen Jungs sangen Songs über Satan, Tod und die Apokalypse zu sich ständig wiederholenden Riffs. Mit dem Moment war ein neues Genre geboren.
September 1970
Jimi Hendrix's kurze Karriere
Als einer der grössten elektrisch Gitarristen der Geschichte bleibt Jimi Hendrix in Erinnerung. Während seiner kurzen Karriere, welche lediglich vier Jahre anhielt, revolutionierte Hendrix den Rock'n'Roll sowohl als Künstler wie auch als Produzent. Hendrix, der stark drogenabhängig war, erstickte im September 1970 an seinem Erbrochenen, nachdem er gemäss seiner Freundin vor dem Schlafengehen eine Handvoll Schlaftabletten mit Rotwein herunterspühlte.
June 1971
das erste Glastonbury Festival
Ein Jahr vor dem Glastonbury Festival, 1970, gab es bereits eine Veranstaltung mit dem schmissigen Titel «Pilton Pop, Blues & Folk Festival», doch 1971 wurde das Wort «Glastonbury» in den Vordergrund gestellt. Performances gab es unter anderem von David Bowie. In den 1980er Jahren entwickelte sich Glastonbury langsam zu dem kolossalen, Dolly Parton liebenden Rummel, der es heute ist.
July 1971
Jim Morrison's tödliche Dosis
Der Dichter und Philosoph Jim Morrison wurde als Leadsänger und Texter der Band The Doors bekannt, die er mit einem Freund gründete. Später wurde sein Alkoholkonsum zu einem Problem, bis er an einem Herzinfarkt, der offenbar durch eine Überdosis Heroin verursacht wurde, verstarb. Es wird angenommen, dass er die Droge mit Kokain verwechselte und eine tödliche Menge schnupfte.
October 1971
«Jesus Christ Superstar» - Uraufführung
Die Rockoper «Jesus Christ Superstar», bei der Andrew Lloyd Webber die Musik produzierte und Tim Rice die Texte schrieb, löste einen Aufruhr aus. Da religiöse Eiferer protestierten, während religiöse Gemässigte den Nutzen, für junge Leute, die nun eine realistische Beschreibung der letzten sieben Tage Jesu mit Hilfe populärer Medien (wie Theater und Rockmusik) erhalten konnten, sahen. Das Musical war erst ein Konzeptalbum für eine Rockoper, bevor es am Broadway uraufgeführt wurde. Das Musical wurde hauptsächlich gesungen und enthielt kaum gesprochene Dialoge. Später wurde das Musical dreimal mit dem Tony Award ausgezeichnet.
October 1971
Duane Allman stirbt bei Motorradunfall
Im August 1971 war mit «At Fillmore East» ein glühendes, karrierebestimmendes Live-Album erschienen, welches den Ruf der The Allman Brothers Band festigte. Seither hatte Allman eine kurze Entziehungskur gemacht und die Band war dabei, ihr nächstes Album «Eat a Peach» fertigzustellen. Duane Allman wurde jedoch am späten Nachmittag des 29. Oktober in der Nähe von Macon, Georgia, beim Ausweichen eines Lastwagens plötzlich von seinem Motorrad geschleudert. Allman der einen Helm trug starb an seinen schweren inneren Verletzungen, da das Motorrad auf ihm landete. Allman war die treibende Kraft in einer der stärksten und intensivsten Formationen Amerikas, in der sich Blues, Country, Jazz und Rock vermischten. Allman war ein sauberer, prägnanter, aber wilder Spieler, der mit seinem Instrument unglaublich verbunden schien.
June 1972
David Bowie erschafft Ziggy Stardust
Im Januar 1972 machte David Bowie die Aussage: «Ich bin schwul und war es schon immer». Mit diesen Worten kündigte Bowie die bevorstehende Ankunft seines androgynen Alter Egos an. Im darauffolgenden Juni wurde dann «The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars» enthüllt. Stardust war die erste von vielen exotischen Persönlichkeiten Bowies und der Moment, der den Glam Rock begründete. Die Veröffentlichung wurde zu einem der einflussreichsten Alben des Jahrzehnts.
March 1973
Ron «Pigpen» McKernan's Tod
Gründungsmitglied der Greateful Dead, Ron McKernan, der sich den Spitznamen «Pigpen» gab, starb im März 1973 an einer inneren Blutung. McKernan teilte zwar nicht die Vorliebe seiner Bandkollegen für psychedelische Drogen, jedoch erkrankte er an Leberzirrhose aufgrund seines starken Alkoholkonsums. 1972 war sein Gesundheitszustand so angeschlagen, dass er nicht mehr auf Tournee gehen konnte, bevor er dann im kommenden Jahr verstarb.
August 1974
Patti Smith covert «Hey Joe»
Die erste Punkrock-Single, «Hey Joe» das Cover, welche als solche gilt, wurde von Patti Smith veröffentlicht. Mit Bands wie den Sex Pistols und The Clash kam in Grossbritannien in den späten 1970er der Punk auf. Die Bands brachten anarchistische Ansichten zum Ausdruck, als Reaktion auf den Mangel an Möglichkeiten in Grossbritannien, die Langeweile und die Abneigung gegen die langweilige Musik der Zeit.
September 1977
Marc Bolan stirbt bei Verkehrsunfall
Der Rock-Pionier Marc Bolan prägte den Glam und ebnete mit seiner Band, T. Rex, und dessen spacigem Sound den Weg für Künstler wie David Bowie. Bolan symbolisierte die Entwicklung der Rock-Subkultur in den 1970er Jahren, und T. Rex hatte mit Alben wie «Electric Warrior» Erfolg. Obwohl seine Band- und Musikkarriere Mitte der 1970er Jahre ins Stocken geriet, fand Bolan 1977 eine neue Berufung als Moderator der Serie «Marc». Darin trat er und eine Mischung aus neuen und etablierten Musikern, die er zu sich in die Show holte, auf. Eine Woche nach der letzten Folge, in der Bowie und Bolan gemeinsam «Heroes» sangen, verlor Bolan’s Frau bei einem Autounfall die Kontrolle über das Fahrzeug, wobei der Sänger sofort starb.
October 1977
Ronnie Van Zant stirbt bei Flugzeugabsturz
Als die Band Lynyrd Skynyrd am 20. Oktober ein Flugzeug bestiegen hatte, im Rahmen ihrer Tournee, erschrak Gitarrist Allen Collins, als er eine Flamme aus dem rechten Triebwerk hervorbrechen sah. Nachdem die Piloten gezwungen waren, eine Notlandung auf einem Feld in Mississippi zu versuchen, streifte das Flugzeug Bäume und schlug auf dem Boden auf. Die meisten Mitglieder der Band überlebten, aber Van Zant war sofort tot, ebenso wie Gitarrist Steve Gaines, seine Schwester Cassie (eine Backgroundsängerin) und Roadmanager Dean Kilpatrick. Das unheimlich prophetische Cover von «Street Survivors», auf dem Lynyrd Skynyrd in Flammen stand, wurde sofort durch ein reines Bandfoto ersetzt. Der Absturz beraubte eine der grössten Rockbands ihres Frontmanns. Seine Songs, die er für seine Band mitschrieb, behandelten seine frühen Kämpfe, Selbstzweifel, Waffen und Melancholie. Als Schulabbrecher mit Vorstrafen war Van Zant ein echter Populist, der den Stolz der Südstaaten gegen die Konzerne ausstrahlte. «Unterschätzt», sagte Jason Isbell, «Viele dieser Songs sind viel intelligenter, als sie erscheinen.»
September 1978
Keith Moon tot aufgefunden
Der The Who-Schlagzeuger Keith Moon hatte das Leben eines Rockstars so sehr verinnerlicht, wie nur wenige Menschen es taten. Sein Leben wurde von dem Moment an, als die Gruppe auch nur einen winzigen Hauch von Berühmtheit erlangte, zu einer ununterbrochenen Sauforgie mit verwüsteten Hotelzimmern, zertrümmerten Autos und tagelangen Partys am Stück. Wenn er nicht einer der größten Schlagzeuger der Rockgeschichte gewesen wäre, hätte sich niemand damit abgefunden. Er machte Klassiker wie «Won't Get Fooled Again» zu Vorzeigebeispielen für sein wildes, eigenwilliges Spiel, bevor er von seinem Lebensstil 1978 endgültig eingeholt wurde. Am 6. September desselben Jahres besuchte er die Premiere der Buddy Holly Story und zog sich anschliessend in seine Londoner Wohnung zurück. An diesem Abend nahm er 32 Tabletten, die gegen die Auswirkungen des Alkoholentzugs wirken sollten und starb an den Folgen davon.
May 1980
Ian Curtis erhängte sich
Die Band Joy Division waren gerade dabei, als bahnbrechende Post-Punk-Band anerkannt zu werden, als sich ihr Frontmann Ian Curtis, für den die wachsende Anerkennung bedeutungslos war, das Leben nahm. Curtis der fast jeden Joy Division-Song mit intensiver Trauer, Leere und Sehnsucht erfüllte, litt unter schweren Depressionen und Epilepsie. Manchmal hatte Curtis gar auf der Bühne epileptische Anfälle und das zu einer Zeit, als die Behandlungsmöglichkeiten für beide Leiden minimal waren. Seinen ganzen Schmerz ließ er in den Text eines seiner letzten Lieder «Love Will Tear Us Apart» einfliessen. Ian Curtis erhängte sich Wochen vor der Veröffentlichung des Songs in seiner Küche. Seine Bandkollegen machten als New Order weiter, kamen aber nie über den schrecklichen Verlust hinweg.
September 1980
John Bonham starb am Alkoholkonsum
Der Schlagzeuger von Led Zeppelin, John Bonham, teilte die grundlegende Lebensphilosophie von Keith Moon. Beide spielten das Schlagzeug mit rücksichtsloser, wilder Hingabe und lebten ihr Leben auf dieselbe Weise. Der grosse Erfolg von Led Zeppelin in den 1970er Jahren gab Bonham unendlich viele Gelegenheiten, Partys zu feiern und so ziemlich jede illegale Substanz zu konsumieren. So konnte er jedoch nicht einfach weitermachen, ohne schreckliche Konsequenzen zu riskieren. Das Unvermeidliche geschah am 25. September 1980, als er im Laufe von nur 24 Stunden etwa 40 Schuss Wodka konsumiert hatte, während Led Zeppelin sich auf eine Amerika-Tournee vorbereitete. Am nächsten Morgen wurde John Bonham tot in seinem Bett aufgefunden.
December 1980
John Lennon von Fan erschossen
Das Bandmitglied der Beatles betrat gerade sein Wohnhaus in Manhatten, New York, als ein geistesgestörter Fan, Mark David Chapman aus nächster Nähe viermal auf John Lennon schoss. Zuvor hatte Chapman ein Autogramm von Lennon erhalten und blieb freiwillig am Tatort, bis er von der Polizei verhaftet wurde. Chapman behauptete, dass er wütend geworden war durch Lennons berüchtigte Bemerkung im Jahr 1966, die Beatles seien «populärer als Jesus» sowie gewisse Songtexte von Lennon, welche widersprüchlich waren zu Aussagen in Anthony Fawcetts Buch «John Lennon», was Lennon zu einem «Schwindler» für Chapman machte.
July 1981
MTV geht live
Das «M» steht für «Music». Auch wenn heute nicht mehr ganz. Die gesamte Welt von allem was mit Musik zu tun hatte, wurde am 31.Juli 1981 bis zur Unkenntlichkeit verändert. Genau um 12.01 Uhr erklangen die Worte «Ladies and Gentlemen, Rock and Roll». Obwohl es ein globaler Game-Changer wurde, waren diese frühen Tage (und Jahre) ziemlich bescheiden. Der Sender war nur in bestimmten Teilen New Jerseys zu sehen und oft war der Bildschirm leer, während MTV-Mitarbeiter die VHS-Videos austauschten, die gerade ausgestrahlt werden sollten.
February 1983
Karen Carpenter’s unverstandener Tod
Das Erbe von Karen Carpenter war nach ihrem plötzlichen Tod getrübt. Zum einen aufgrund der damals unverstandenen Krankheit Magersucht, die Carpenter das Leben kostete. Und zum anderen aufgrund der mangelnden Anerkennung der Kritiker für die äusserst populäre Musik, die sie und ihr Bruder Richard ab 1970 als Carpenters produzierten. Sie war die erste Berühmtheit, die posthum Essstörungen zu einem Teil des nationalen Gesprächs machte. Eine Todd Haynes-Dokumentation «Superstar: The Karen Carpenter Story» wurde nach seiner Premiere 1988 zu einem Underground-Klassiker und Elton John nannte sie «eine der grössten Stimmen unseres Lebens». In ihren letzten Jahren war sie bestrebt, ihre üppige, zurückhaltende und kristallklare Stimme in eine neue, unabhängige Richtung zu lenken. Auf einem von Phil Ramone produzierten Soloalbum aus dem Jahr 1979, das erst 1996 veröffentlicht wurde, sang sie über Sex und Befreiung in straffen, von Rock und Disco beeinflussten Songs.
May 1983
Michael Jackson's erster Moonwalk
Vor 47 Millionen Menschen performte Michael Jackson am 16. Mai 1983 seinen neuen Song «Billie Jean», als sich ein aussergewöhnlicher Moment ereignete, der die Tanzgeschichte veränderte. Es war Jackson, der die Menschen bei seinem Live-Auftritt bei «Motown 25: Yesterday, Today, and Forever» ins Erstaunen versetzte. Er war jedoch nicht der erste mit diesem Dancemove. Nachdem Michael Jacksons Manager gesehen hatte, wie Derek Jaxson den «Backslide» im Fernsehen vorführte, ging er zu ihm und fragte, ob Jaxson dem «King of Pop» den gleichen Move beibringen könnte. Wobei Michael Jackson dem Ganzen noch sein persönliches Flair hinzufügte.
July 1985
Live Aids rockt das Wembley
Prinz Charles und Prinzessin Diana eröffneten im Wembley-Stadion in London offiziell «Live Aid», ein weltweites Rockkonzert, das organisiert wurde, um Geld für die Hilfe der von Hungersnot betroffenen Afrikaner zu sammeln. In dem 16-stündigen «Superkonzert», das in weiteren Arenen fortgesetzt wurde, sahen mehr als eine Milliarde Zuschauer aus 110 Nationen zu. In einem Triumph der Technik und des guten Willens sammelte die Veranstaltung mehr als 125 Millionen Dollar für die Hungerhilfe in Afrika. In nur 10 Wochen organisiert, fand Live Aid am Samstag, den 13. Juli 1985 statt. Mehr als 75 Künstler traten auf, darunter Elton John, Madonna, Santana, Run-DMC, Sade, Sting, Bryan Adams, die Beach Boys, Mick Jagger, David Bowie, Queen, Duran Duran, U2, The Who, Tom Petty, Neil Young und Eric Clapton.
July 1985
Queen at Live Aid
In einem 21-minütigen Set schafften es Queen ihre Top-Hits, «Bohemian Rhapsody», «Radio Ga Ga», «Hammer to Fall», «Crazy Little Thing Called Love» und ein Finale aus «We Will Rock You» und «We are the Champions» unterzubringen. Der Auftritt, welcher einen seiner besten und leider auch einer der letzten grossen von Mercury war, war absolut weltbewegend, denn Freddie Mercury beherrschte die Bühne und die 72'000 Zuschauer.
September 1991
Nirvana bringt Grunge in den Mainstream
Es war «Smells Like Teen Spirit» von Nirvana, der in der amerikanischen Kultur Wellen schlug. Der Song war in den meisten Ländern der grösste Hit von Nirvana. Der Erfolg der Single und des Albums «Nevermind» war unerwartet und katapultierte das Album 1992 an die Spitze der Charts. Infolgedessen trug Nirvana den «Grunge» in den Mainstream.
November 1991
Queen verliert ihren Frontmann
Im Rock’n’Roll wurde eine grosse Lücke hinterlassen, als der Sänger von Queen, an Komplikationen im Zusammenhang mit AIDS starb. Freddie Mercury starb zu Hause in seinem Bett, nachdem er sich geweigert hatte, seine AIDS-Medikamente weiter einzunehmen. Nur vier Tage vor seinem Tod äusserte die Queen-Ikone einen letzten Wunsch, ein letztes Mal einige seiner Kunstwerke zu sehen, an seine enge Gruppe von Freunden, die Tag und Nacht bei ihm blieben. Mercury, der ohne Hilfe nicht mehr aus dem Bett kam, wurde von seinen Freunden gesetzt, als er durch seine Lodge ging, die mit unbezahlbaren und wertvollen Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen gefüllt war.
November 1993
Nirvana bei «MTV Unplugged»
Einer der eindrucksvollsten Auftritte, die jemals auf MTV ausgestrahlt wurden, war der Auftritt von Nirvana in der Sendung «MTV Unplugged». Es war einer der letzten Fernsehauftritte von Kurt Cobain vor seinem Tod. Nach Cobain`s Ableben wurde der Auftritt in eine neue Perspektive gerückt. So wurde der Auftritt im Nachhinein besser verstanden, da das Bühnenbild mit seiner beerdigungsähnlichen Dekoration und den melancholischen Liedern und Cobain`s abnehmende geistige Verfassung in den Vordergrund rückte.
April 1994
Kurt Cobain begeht Suizid
Zusammen mit einem Freund gründete Kurt Cobain, eine Ikone der Grunge-Szene von Seattle, die Band Nirvana, welche Anfang der 1990er Jahre einen grossen Erfolg im Mainstream hatte. Im Licht der Öffentlichkeit kämpfte Cobain mit psychischen Erkrankungen, chronischen Gesundheitsproblemen und Heroinabhängigkeit. Im April 1994 beging Cobain Selbstmord und hinterliess seine Frau, die Musikerin Courtney Love und seine kleine Tochter.
August 1995
Jerry Garcia’s Drogenkampf
Einer der grössten Songschreiber und Solisten der Rockgeschichte, Jerry Garcia, war der Dreh- und Angelpunkt der The Grateful Dead. Garcia sollte in seine berühmte Karikatur auf dem Cover von «Old and In The Way» hineinwachsen. Übereifrige Fans projizierten die Rolle des Gurus auf Garcia, eine Rolle, die er völlig ablehnte, aber nie ganz abschütteln konnte. Sein Tod hatte seine Wurzeln in seiner Heroinsucht, die mit dem Rauchen der Droge in den 1970er Jahren begann. Daraus entwickelte sich eine regelrechte Sucht, die eine gesundheitliche Abwärtsspirale in Gang setzte. Die Popularität der Band erreichte einen neuen Höhepunkt, nachdem Garcia buchstäblich von den Toten auferstanden ist, nach seinem Zusammenbruch 1986. Doch der Ruhm verfolgte ihn, Garcia wurde rückfällig, und alte Gewohnheiten kehrten zurück. Im Sommer 1995 starb Jerry Garcia an einem Herzstillstand während eines Entzugsversuchs. «Es gibt keine Möglichkeit, seine Grösse als Mensch oder als Musiker zu messen», sagte Bob Dylan, der 1987 mit Garcia auf Tournee war.
September 1995
Eröffnung der «Rock'n'Roll Hall of Fame»
Obwohl auch andere Städte wie Memphis, Detroit, Cincinnati, New York City, Philadelphia, New Orleans, San Francisco und Chicago für den Standort des neuen Rock’n’Roll Museum geprüft wurden, ergab eine Umfrage der USA Today, dass die US-Bevölkerung das Museum in Cleveland haben wollte. Das «Rock’n’Roll Hall-of-Fame Museum» öffnete seine Tore nach einem grossen Event mit einem Konzert und viel Rock’n’Roll Music. Bei dem All-Star-Konzert traten unter anderem Johnny Cash, Bob Dylan, Aretha Franklin, Iggy Pop und Bruce Springsteen auf.
November 2010
Beatles-Katalog auf iTunes
Die Beatles kamen endlich im mp3-Zeitalter an, als sie ihren Musikkatalog, unter anderem aufgrund von Namensstreitigkeiten mit ihrem Multimedia-Unternehmen, auf iTunes stellten. Nach dem sie sich lange Zeit von Apple ferngehalten hatten, verkaufte die Gruppe bei ihrem iTunes-Debüt innerhalb der ersten Woche 2 Millionen Songs und fast eine halbe Million Alben. Damit bestätigten sie die Unvermeidlichkeit, dass alle grossen Künstler des Vinylzeitalters irgendwann auf das digitale Medium umsteigen würden. Es dauerte jedoch nochmals ein halbes Jahrzehnt, bis die Beatles auch auf Spotify zu hören waren.
February 2011
erster Indie-Act gewinnt Grammy für «Album des Jahres»
Als Arcade Fire ihren Grammy für «Album des Jahres» erhielten, hatte die Band noch nicht mal einen Hit in den Billboard-Hot-100-Charts. Der Sieg war eine Bestätigung für eine Underground-Rock-Landschaft, welche durch Websites wie «Pitchfork» und «Stereogum» an Grösse zugenommen hatte. In der Folge darauf, spielten Indie-Veteranen wie LCD Soundsystem und The National in Arenen, ohne auch nur einen Hauch von Mainstream-Radio Zeit zu bekommen.
June 2012
Erster öffentlich schwuler Künstler an Chartspitze
Es war weder ein Ereignisalbum noch wurde es mit Gold ausgezeichnet. Aber «Trespassing» von Adam Lambert war ein gutes Album eines sehr guten Popkünstlers und zumindest eine Woche lang war es ein bescheidenes historisches Album. Denn es erreichte die Spitze der Billboard-200-Charts und machte Lambert zum ersten offenen schwulen männlichen Künstler, der die Charts anführte. Es war ein stiller Meilenstein und einer von vielen wichtigen Schritten für die LGBTQ+-Gemeinschaft in der Popmusik.
October 2012
Mumford & Sons's «Babel»
Nachdem das Debütalbum «Sigh No More» von Mumford & Sons zu einem der heimlichen Bestseller des frühen Jahrzehnts geworden war, wurden die hochgesteckten Erwartungen mit der atemberaubenden ersten Woche des zweiten Albums «Babel» erfüllt. Das Album, welches durch seine hymnischen Refrains geprägt ist, gewann einen Grammy für das Album des Jahres und schon bald spielte jeder, von Imagine Dragons über Avicii bis hin zu One Direction «Stadion-Folk».
April 2013
Country meets Hip-Hop
Als die Single «Cruise» der Country-Band, Florida Georgia Line, die Charts eroberte, war die Band ohne Plattenvertrag. Der Erfolg führte zu einem Plattenvertrag, wobei Scott Borchetta, CEO der Plattenfirma, die Chance sah, einen Remix mit dem Rapper, Nelly, zu produzieren. Der Remix mit Hip-Hop-Akzenten stieg erneut in die Charts ein und erreichte Platz 4 der Billboard-Hop-100-Charts. Der Remix wurde nicht nur zum meistverkauften Country-Download aller Zeiten, sondern wurde auch zum Sinnbild für die verschwimmenden Grenzen zwischen den Pop-Genres.
August 2013
Miley Cyrus und Robin Thicke schockieren die Welt
Der ehemalige Kinderstar Miley Cyrus hatte sich mit ihrem Album «Bangerz» neu erfunden und wer sich auf diese Entwicklung nicht geachtet hatte, wurde bei den MTV Video Music Awards eines Besseren belehrt. Die Leadsingle «We Can’t Stop», ein drogenanspielender Hip-Hop beeinflusster Song, sollte Cyrus in einem gemeinsamen Medley mit Robin Thicke performen. Thicke's eigener Hit «Blurred Lines» war wegen seines ultra expliziten Musikvideos und des problematischen Textes umstritten. Mit der Aufregung über ihren twerk-lastigen Auftritt, der unter anderem der rassistischen Aneignung beschuldigt wurde, brachten die beiden den Kurznachrichtendienst Twitter ins Trudeln und beherrschten wochenlang die Nachrichten. Miley Cyrus hatte ihre Karriere seitdem mehrfach neu gestaltet, aber Thicke hatte sich nie ganz davon erholt.
June 2014
Shawn Mendes Durchbruch
Mittels der Social-Media-App «Vine» startete die Karriere des heutigen Superstars Shawn Mendes. Der kanadische Teenager erreichte eine halbe Milliarde Views auf seinen Sechs-Sekunden-Covern von Justin Bieber und Ed Sheeran. 2013 wurde er dadurch von einem Künstlermanager entdeckt und zu dem Megastar der er heute ist avanciert. Im Sommer 2014 veröffentlichte er seine erste eigene Single «Life of the Party». Er wurde der jüngste Debütant in den Top 25 der US Billboard Hot 100.
September 2014
U2's Albumveröffentlichung geht schief
Das Album «Songs of Innocence» der Rockgötter U2 wurde auf eine äusserst zukunftsweisende Weise veröffentlicht. Die Band ging eine Partnerschaft mit Apple ein, wobei das Album auf dem neuen iPhone 6 vorinstalliert war und so den Käufern geschenkt wurde. Obwohl die Aktion als Geschenk gedacht war, wurde sie von Kunden als Invasion empfunden, die das Album vielleicht gar nicht haben wollten und es überraschend schwer fanden, es von ihren neuen Telefonen zu löschen. Die Gefahren einer Einbettung von Musik in die Technologie wurden durch diese fehlgeschlagene Strategie aufgezeigt.
November 2015
Terroranschläge verändern Sicherheit an Konzerten
Während einem Konzert der Band Eagles of Death Metal im Bataclan in Paris, wurde das Publikum von Terroristen angegriffen, die mit automatischen Gewehren, Granaten und Selbstmordwesten hantierten. Fast 100 Menschen starben. Zwei Jahre später tötete eine Bombe 22 Menschen bei einem Ariana Grande-Konzert in Manchester. In der Folge begannen Konzertveranstalter, extreme Sicherheitstaktiken wie Dampfspürhunde und Anti-Drohnen-Technologie zu testen. Denn während es bei der Sicherheitsbranche früher vor allem um die Kontrolle von Menschenmengen ging, musste sie sich nun auch vor gewalttätigen Angriffen schützen.
January 2016
David Bowie verliert gegen den Krebs
Der englische Musiker David Bowie starb in seinem Haus in New York City, nachdem er 18 Monate lang an Leberkrebs gelitten hatte. Er starb zwei Tage nach der Veröffentlichung seines fünfundzwanzigsten Studiualbums «Blackstar», welches am selben Tag wie seinem Geburtstag erschien.
April 2016
Prince stirbt an einer Unmenge von Fentanyl
Im April 2016 ging Prince, Prince Rogers Nelson, der für seine extravagante, androgyne Persönlichkeit und grosse Stimme bekannt war, von uns. Um seinen tragischen Tod gab es Spekulationen, nachdem er in seinem Anwesen in Minneapolis tot aufgefunden wurde. Prince litt unter chronischen Schmerzen und nahm deshalb Fentanyl um diese zu bekämpfen. In einem toxikologischen Bericht, der der Associated Press vorlag, wurde enthüllt, dass in Prince's Blut, Leber und Magen eine solch hohe Menge des synthetischen Opioids gefunden wurde, die ihn zweifellos getötet hat.
September 2016
Twenty One Pilots Erfolg
Die wohl grösste Rockband des Jahrzehnts waren Twenty One Pilots. Mit drei Top-5-Hits in den Billboard-Hot-100-Charts erklommen sie kommerzielle Höhen, die sich Rockbands in den 2010er Jahren selten leisten konnten. Zwei Hits, «Heathens» und «Ride», landeten sogar in der gleichen Woche in den Top-5. Dieser Moment machte das Duo zum ersten Rock-Act seit den Beatles, der das erreichte. Das Duo, das ebenso stark von Pop, EDM und Hip-Hop beeinflusst war wie von Rock würde sich selbst kaum so konventionell definieren. Nichtsdestotrotz boten sie ein Modell für Rockstars des 21. Jahrhunderts, an dem sich in den kommenden Jahren zweifellos viele Bands orientieren würden.
October 2016
Nostalgie zahlt sich aus
Das «Desert Trip»-Festival, auch bekannt als das «Coachella für alte Leute», bewies den Zweiflern das Gegenteil. Es wurde ein Killer-Festival mit beeindruckenden Auftritten von den Rolling Stones, Neil Young, Paul McCartney, Roger Waters, Bob Dylan und The Who. Der beispiellose finanzielle Umfang, drei-Tages-Tickets kosteten bis zu 1599 Dollar pro Person, führte zu einem rekordverdächtigen Bruttoergebnis von 160 Millionen Dollar. Das lag weit über den 94 Millionen Dollar, die Coachella einspielte.
July 2017
Chester Bennington nimmt sich das Leben
Das siebte Album von Linkin Park «One More Light» hatte Platz eins der Billboard-Charts erreicht und die Band stand kurz vor einer Nordamerika-Tournee, als sich ihr Frontmann Chester Bennington, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere stand, sich das Leben nahm. «Es ist der Engel und der Dämon, der auf beiden Schultern sitzt», sagte der 30 Seconds to Mars-Frontmann Jared Leto einmal über Benningtons Stimme. Bennington kämpfte mit inneren Dämonen wobei Depressionen und Drogenmissbrauch ihn bis ins Erwachsenenalter verfolgten. Trotz allem strahlte Bennington eine positive Zuversicht aus, was seinen Tod umso rätselhafter macht. Zum Zeitpunkt seines Todes, der als Selbstmord durch Erhängen genannt wurde, war er nach Angaben seiner Freunde erst seit sechs Monaten nüchtern.
April 2019
jüngste Künstlerin an Chartspitze
An der Spitze der Billboard-Charts im Jahr 2019 war eine Jugendbewegung mit Hits von Künstlern wie Lil Nas X, Khalid und Shawn Mendes. Die Anführerin war zweifellos Billie Eilish, die mit der Veröffentlichung ihres Debütalbums «When We All Fall Asleep, Where Do We Go?» den Status eines Superstars erreichte. Das Album sorgte sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Streams für Furore. Ihr Song «Bad Guy» brachte ihren ersten Nummer-1-Hit in den Hot-100-Charts hervor. So wurde Eilish im Alter von 17 Jahren zur ersten Künstlerin, die seit der Jahrtausendwende geboren wurde, welche die Spitze der Billboard-Charts erreichte und zur jüngsten Künstlerin insgesamt seit Demi Lovato zehn Jahre zuvor. Die Ablösung in der Popmusik für das nächste Jahrzehnt war offiziell eingeleitet.