March 1951

Die allererste Rock'n'Roll-Platte


«Rocket 88» von Ike Turner, mit Jackie Brenston als Sängerin, gilt als die erste Platte dieses Genres, die veröffentlicht wurde. Denn wenn Rock’n’Roll durch dominante Gitarren, Blues-Elemente, Rhythmus, rohe Emotionen, rebellische Untertöne und verzerrte Gitarren definiert wurde, enthält die Platte alle Zutaten eines Rock’n’Roll-Songs.

July 1954

Elvis Presley verkörpert Rock'n'Roll


Ein grosser Tag für den Rock’n’Roll. Elvis Presley, 19-jährig, nimmt in den Sun Studios in Memphis «That’s All Right Mama» auf und erfüllt dem Produzenten, Sam Phillips, damit den Traum, «einen Weissen zu finden, der wie ein Schwarzer singt». Es gab schon zuvor Rock’n’Roll-Platten, fast alle von schwarzen Künstlern, aber in diesem Moment findet ein Weisser ihre perfekte Verkörperung.

July 1955

«Maybellene» - bahnbrechend für Rocksongs


Der von Chuck Berry geschrieben und aufgenommene Song «Maybellene», war Berrys erster Single-Hit und gilt als einer der bahnbrechenden Rocksongs überhaupt. Berrys Gitarren- und Songwriting-Stil durchdringt die Musik der Beatles, Bob Dylan, der Rolling Stones, der Beach Boys und Bruce Springsteen. Dies war der erste Song, in dem die Rock’n’Roll-Gitarre zum Einsatz kam, behauptete das Rolling Stone Magazin. Neben dem grossen Einfluss auf den Rock’n’Roll, überbrückte der Song auch eine Kluft, welche zu jener Zeit zwischen dem schwarzen und weissen Publikum des Musikgenres bestand.

May 1956

Johnny Cash geht der Linie entlang


Der «Man in Black» wurde nicht mit einer auf die Schultern geschnallten Gitarre geboren, jedoch mit einer Stimme, die aus den Tiefen der Erde dröhnte. Seine Liebe zur Musik machte ihn zu dem Musiker, der einen seiner grössten Songs, «I Walk the Line», kreieren sollte. Als spiritueller Mensch war Cash daran interessiert, spirituelle, vom Gospel beeinflusste Musik zu schreiben, doch seine Plattenfirma war von dieser Idee nicht begeistert. Cash fand jedoch einen Weg, das zu umgehen. Es heisst, Cash habe «I Walk the Line» in 20 Minuten geschrieben, ein Lied, das seine Treue zu seiner ersten Frau symbolisieren sollte, während er in den 50er Jahren mit Elvis auf Tour war.

June 1956

Elvis Presley's erster Hüftschwung


Hüften lügen nicht. Das war 1956 sicherlich der Fall, als ein aufstrebender junger Rock'n’Roller namens Elvis Presley im Fernsehen auftrat und Dinge mit seinen unteren Körperteilen tat, die die Nation empörten. Obwohl der «King of Rock’n’Roll» schon früher in der «Milton Berle»-Show aufgetreten war, war es das erste Mal, dass er sein berühmtes Becken in einem solchen Ausmass entfaltete, als er sich wie ein Hula-Hoop-Reifen drehte, während er seinen Hit «Hound Dog» sang. Mit diesem Auftritt war das Markenzeichen von Elvis geboren.

October 1958

Elvis in Armee eingezogen


Im Alter von 23 Jahren wurde Elvis Presley von der Armee eingezogen und für eineinhalb Jahre in Deutschland stationiert. Zu diesem Zeitpunkt war die sexuelle Energie, welche Elvis ausstrahlte, immer noch der Grund für ein moralisches Chaos in der Bevölkerung. Als Elvis jedoch zwei Jahre später aus der Armee entlassen wurde, wirkte er mehr altmodisch und entmannt. Dies wurde auch durch den Moment gefestigt, in dem Elvis die aufgeblasene Schnulze «it’s Now or Never» veröffentlichte.

February 1959

Buddy Holly stirbt bei Flugzeugabsturz


Einer der jüngsten und strahlenden Stars des Rock’n’Rolls, Buddy Holly starb bei einem Flugzeugabsturz 22-jährig. Mit im Flugzeug sassen auch Ritchie Valens und J. P. «Big Bopper» Richardson. Alle Insassen des Flugzeugs starben auf der Stelle, was die Zukunft der Musik für immer veränderte. Die drei Künstler befanden sich in ihrer Blütezeit oder standen am Anfang ihrer Karriere, wobei sie einen Musikkatalog hinterliessen, der Sänger und Bands über Jahrzehnte hinweg beeinflussen sollte.

September 1964

Der erste gitarrenschlagende Rockkünstler


Etwas vom ikonischsten des Rock’n’Rolls ist es, wenn der Frontmann seine Gitarre zerschlägt. Pete Townshend von The Who war der erste, der seine Gitarre zerschlug. Die erste Zertrümmerung seiner Gitarre nahm das Rolling Stone Magazin in ihre Liste der «50 Momente, die den Rock’n’Roll veränderten» auf. Zu seinem ersten Gitarrenschlag sagte Townshend in einem Interview mit dem Rolling Stone folgendes: «Beim ersten Mal geschah es ganz zufällig. Wir spielten in einem Club, in dem wir jeden Dienstag auftraten, und ich spielte auf der Gitarre, und ich schlug sie gegen die Decke. Sie zerbrach, und ich war schockiert, weil ich nicht darauf vorbereitet war... Ich erwartete, dass alle sagen würden: ‹Wow, er hat seine Gitarre zerbrochen›, aber niemand tat etwas, was mich irgendwie wütend machte, und ich war entschlossen, dieses kostbare Ereignis beim Publikum bekannt zu machen. Ich machte eine grosse Sache daraus, die Gitarre kaputt zu machen. Ich sprang damit über die ganze Bühne, warf die Teile auf die Bühne, nahm meine Ersatzgitarre und machte weiter, als ob ich es wirklich tun wollte.»

May 1965

«(I Can’t Get No) Satisfaction»


Das berühmteste Riff der Rockgeschichte wurde von Keith Richards kreiert und ein immer noch jugendlicher Mick Jagger klingt plötzlich gelangweilt und gereizt. Als Die Rolling Stones «(I Can’t Get No) Satisfaction» veröffentlichten, war der Moment, in dem die Gruppe ihre amerikanischen Einflüsse hinter sich liessen. Rückblickend war es ein Vorzeichen für die Auflösung der Band, die noch kommen sollte.

July 1965

Bob Dylan spielt elektrische Gitarre


Bob Dylan betrat die Bühne des Newport Folk Festival in Lederjacke und Sonnenbrille und die Hölle brach los, als er eine E-Gitarre umklammerte. Die Absichtserklärung war direkt und provokativ, als er seine akustische Gitarre zugunsten einer elektrischen aufgab. Während das Publikum johlte, brachte Dylan schliesslich Rock- und Folkmusik näher zusammen. Ausserdem verlieh er dem Rock'n'Roll, der damals für seine meist leichten Texte bekannt war, eine intellektuellere, poetische Sensibilität.

February 1967

Verhaftung der Rolling Stones


Anfang des Jahres 1967 untermauerten die Rolling Stones ihren Ruf als Rock’n’Roll-Outlaws (gesetztlose), als Mick Jagger und Keith Richards verhaftet wurden. Die beiden Bandmitglieder befanden sich in Richards Villa im Besitz von Haschisch und Amphetaminen. Vor Gericht wurde Richards zu einem Jahr und Jagger zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, was zu dem berühmten Leitartikel der Times führte: «Who breaks a butterfly on a wheel?».

August 1969

The Stooges veröffentlichen erstes Album


Niemand machte unverfälschten und dreckigen Rock’n’Roll wie die Stooges aus Detroit, die grösste und einflussreichste Garagenband aller Zeiten. Die Band wurde angeführt von Iggy Pop, dem unverschämtesten und selbstzerstörerischsten Showman, den der Rock je hervorgebracht hat. Ihr Debütalbum «The Stooges» war die Vorlage für den Punkrock in all seinen Erscheinungsformen, von den Sex Pistols bis zu den White Stripes, obwohl das Album seinerzeit abgelehnt wurde.

August 1969

Woodstock Festival


Das groovigste Ereignis der Musikgeschichte - das Woodstock Music Festival - zu den Klängen von Jimi Hendrix' E-Gitarre geht zu Ende. Drei Tage lang wurden im Bundesstaat New York Frieden, Liebe und Rock'n'Roll gefeiert.

December 1969

Rolling Stones am Altamont Festival


Da sich die Rolling Stones zu Majestäten des Rockgenusses und des Exzesses selbsternannten, schien es irgendwie passend, dass sie auch diejenigen waren, die die Totenwache für den Tod der Sechziger abhielten. Das Altamont Festival war das Gegenteil von Woodstock. Bewiesen wurde das auch durch die Ermordung von Meredith Hunter, einem jungen Afroamerikaner, der von Mitgliedern der kalifornischen Hell's Angels, die als Sicherheitsleute angeheuert worden waren, zu Tode geknüppelt wurde.

August 1977

Elvis Presley erleidet Herzinfarkt


Die Musikikone Elvis Presley starb in seinem Haus «Graceland» in Memphis, Tennessee an einem Herzinfarkt 42-jährig. Nach dem Ableben des «King of Rock’n’Roll» strömten Scharen von trauernden Fans nach Graceland. Die Ärzte erklärten, dass der Herzinfarkt wahrscheinlich durch seine Sucht nach verschreibungspflichtigen Medikamenten ausgelöst wurde.

July 1985

Live Aids rockt das Wembley


Prinz Charles und Prinzessin Diana eröffneten im Wembley-Stadion in London offiziell «Live Aid», ein weltweites Rockkonzert, das organisiert wurde, um Geld für die Hilfe der von Hungersnot betroffenen Afrikaner zu sammeln. In dem 16-stündigen «Superkonzert», das in weiteren Arenen fortgesetzt wurde, sahen mehr als eine Milliarde Zuschauer aus 110 Nationen zu. In einem Triumph der Technik und des guten Willens sammelte die Veranstaltung mehr als 125 Millionen Dollar für die Hungerhilfe in Afrika. In nur 10 Wochen organisiert, fand Live Aid am Samstag, den 13. Juli 1985 statt. Mehr als 75 Künstler traten auf, darunter Elton John, Madonna, Santana, Run-DMC, Sade, Sting, Bryan Adams, die Beach Boys, Mick Jagger, David Bowie, Queen, Duran Duran, U2, The Who, Tom Petty, Neil Young und Eric Clapton.

July 1985

Queen at Live Aid


In einem 21-minütigen Set schafften es Queen ihre Top-Hits, «Bohemian Rhapsody», «Radio Ga Ga», «Hammer to Fall», «Crazy Little Thing Called Love» und ein Finale aus «We Will Rock You» und «We are the Champions» unterzubringen. Der Auftritt, welcher einen seiner besten und leider auch einer der letzten grossen von Mercury war, war absolut weltbewegend, denn Freddie Mercury beherrschte die Bühne und die 72'000 Zuschauer.

November 1991

Queen verliert ihren Frontmann


Im Rock’n’Roll wurde eine grosse Lücke hinterlassen, als der Sänger von Queen, an Komplikationen im Zusammenhang mit AIDS starb. Freddie Mercury starb zu Hause in seinem Bett, nachdem er sich geweigert hatte, seine AIDS-Medikamente weiter einzunehmen. Nur vier Tage vor seinem Tod äusserte die Queen-Ikone einen letzten Wunsch, ein letztes Mal einige seiner Kunstwerke zu sehen, an seine enge Gruppe von Freunden, die Tag und Nacht bei ihm blieben. Mercury, der ohne Hilfe nicht mehr aus dem Bett kam, wurde von seinen Freunden gesetzt, als er durch seine Lodge ging, die mit unbezahlbaren und wertvollen Kunstwerken und Einrichtungsgegenständen gefüllt war.

September 1995

Eröffnung der «Rock'n'Roll Hall of Fame»


Obwohl auch andere Städte wie Memphis, Detroit, Cincinnati, New York City, Philadelphia, New Orleans, San Francisco und Chicago für den Standort des neuen Rock’n’Roll Museum geprüft wurden, ergab eine Umfrage der USA Today, dass die US-Bevölkerung das Museum in Cleveland haben wollte. Das «Rock’n’Roll Hall-of-Fame Museum» öffnete seine Tore nach einem grossen Event mit einem Konzert und viel Rock’n’Roll Music. Bei dem All-Star-Konzert traten unter anderem Johnny Cash, Bob Dylan, Aretha Franklin, Iggy Pop und Bruce Springsteen auf.

September 2010

Lady Gaga trägt Fleischkleid


Bei den MTV Video Music Awards 2010 war Lady Gaga die meistnominierte Künstlerin und die Erwartungen an Gaga’s Präsenz waren gross nach ihrer letztjährigen Performance. Die Antwort kam prompt, als Gaga den Preis für das Video des Jahres in ihrem dritten Outfit des Abends entgegennahm: einem Kleid aus Fleisch, zu dem sie einen ebenso rohen Hut, eine Handtasche und Stiefel trug. Das Fleischkleid wurde sofort zu einer Ikone und machte Gaga zum grenzüberschreitendsten Popstar der Welt. Es wurde von Tierpräparatoren im Stil von Dörrfleisch konserviert und 2011 in der Rock'n'Roll Hall of Fame ausgestellt.

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